Grenze von Lünen und Selm: 60 Jahre alte Steinsbuche ist verschwunden

dzBaumfällung

Die Steinsbuche soll dem Freiherrn vom Stein während seiner Reisen von und nach Lünen oft Schatten gespendet haben. Nun wurde sie gefällt. Eine neue Steinsbuche wird es wohl nicht geben.

Lünen, Cappenberg

, 17.09.2020, 17:45 Uhr / Lesedauer: 1 min

Plötzlich war sie weg: Die Steinsbuche, direkt hinter (oder vor) dem Ortseingangsschild „Lünen“ an der Cappenberger Straße wurde gefällt. Zum Entsetzen mancher Anwohner oder Spaziergänger, die hier gerne vorbeikamen und - genau wie einst der Freiherr - eine Rast machten.

„Wir sind schon ein bisschen sauer“, sagt dann auch Heino Janssen, den der Verlust des Baumes schmerzt. „Da muss auf jeden Fall noch etwas passieren.“ Wird es auch, sagt die Stadt Lünen. Ein neuer Baum soll kommen. „Was das für einer sein wird, ist noch nicht klar, aber wahrscheinlich keine Buche, sondern wie bei den meisten Neuanpflanzungen derzeit ein Baum, der mit der zunehmenden Trockenheit besser klarkommt“, sagt dazu Stadtsprecher Benedikt Spangardt.

Die Steinsbuche an der Grenze zwischen Lünen und Selm stand exakt an der Stelle, an der Heinrich Friedrich Karl Reichsfreiherr vom und zum Stein des Öfteren Rast gemacht haben soll.

Die Steinsbuche an der Grenze zwischen Lünen und Selm stand exakt an der Stelle, an der Heinrich Friedrich Karl Reichsfreiherr vom und zum Stein des Öfteren Rast gemacht haben soll. © Rottgardt (A)

Die Trockenheit war es auch, die der Buche letztlich den Garaus gemacht habe: „Die Buche ist abgestorben. Das war auch in den letzten Monaten bereits deutlich sichtbar.“ Folglich habe die Stadt den Baum fällen müssen, um auch der Verkehrssicherungspflicht nachzukommen. „Die Buche war 1957 gepflanzt worden und damit gute 60 Jahre alt. “

Heinrich Friedrich Karl Reichsfreiherr vom und zum Stein (1757 bis 1831) soll an der Stelle regelmäßig eine Rast eingelegt haben. Die originale Steinsbuche existiert nicht mehr - eine neue wird es wohl nicht geben.

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