Gouverneur von Beirut berichtet von Schäden – und bricht in Tränen aus

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Bei der Explosion in Beirut wurden 135 Menschen getötet und etwa 5000 verletzt. Als der Gouverneur den Ort der Katastrophe besichtigt, kann er seine Tränen nicht zurückhalten.

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06.08.2020, 11:17 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bei der Explosion in Beirut werden nach Angaben des Gesundheitsministeriums 135 Menschen getötet und etwa 5000 verletzt.

Bei der Explosion in Beirut werden nach Angaben des Gesundheitsministeriums 135 Menschen getötet und etwa 5000 verletzt. © picture alliance/dpa

Seit Monaten leidet der Libanon unter einer schweren Wirtschaftskrise. Dann verschärfte die Corona-Pandemie die Lage. Und jetzt stürzt die schwere Explosion im Hafen von Beirut die Menschen in Verzweiflung. Der Hafen, die Lebensader des Landes, liegt zu großen Teilen in Schutt und Asche.

Das ganz Ausmaß des Schreckens zeigen Luftaufnahmen. Die Detonation sprengte einen großen Teil von Getreidesilos im Hafen. Und sie riss einen riesigen Krater auf, der sich mit Meerwasser füllte.

Die undatierte Bildkombo zeigt die Docks des Hafens in Beirut vor und nach der gewaltigen Explosion in der libanesischen Hauptstadt.

Die undatierte Bildkombo zeigt die Docks des Hafens in Beirut vor und nach der gewaltigen Explosion in der libanesischen Hauptstadt. © Copyright (c)cnes 2020, Distribu/PA Media/dpa

Auch die angrenzenden Wohngebiete, darunter Beiruts berühmte, beliebte und oft belebte Ausgehviertel, sind zerstört. Kein Gebäude bleibt ohne Schäden. Hochhäuser sehen aus wie ausgebrannte Skelette. Selbst in Orten rund 20 Kilometer von Beirut entfernt gingen Fensterscheiben zu Bruch.

Es sind Ausmaße, die auch den Gouverneur der Stadt verzweifeln lassen. Als Marwan Abbud durch das Trümmerfeld läuft, sagt er, das sei eine nationale Katastrophe: „Beirut ist eine verwüstete Stadt.“

Der Rundgang Abbuds durch den zerstörten Hafen ist im libanesischen Fernsehen zu sehen. Und während der Gouverneur mit den Journalisten spricht, kann er seine Tränen nicht mehr zurückhalten und wischt sich über die Augen. Ausschnitte davon haben Nutzer auf Twitter geteilt.

„Es bricht mir das Herz“, kommentiert eine Nutzerin das Video, ein anderer schreibt: „Was für eine traurige Momentaufnahme.“

Laut Abbud sind durch das Unglück mehr als 300.000 Menschen obdachlos geworden. Zahlreiche Staaten haben ihre Unterstützung und Hilfe angekündigt. Die Bundesrepublik etwa will die Bundeswehr zum Hilfseinsatz in das Land schicken.

An diesem Donnerstag wird zudem der französische Präsident Emmanuel Macron in Beirut erwartet.