Goch: Selbsternannter Prophet noch in Polizeigewahrsam

Ein bei einem Großeinsatz in Goch am Niederrhein festgenommener 58-Jähriger ist weiter in Polizeigewahrsam. Ob die Staatsanwaltschaft Haftbefehl gegen den laut Ermittlern selbsternannten Propheten beantragen werde, hänge von den weiteren Zeugenbefragungen ab, sagte ein Sprecher der Behörde in Kleve am Donnerstag. Der Niederländer war am Mittwoch auf dem Gelände eines ehemaligen Klosters festgenommen worden. Dort war die Polizei auf eine mutmaßliche Sekte gestoßen. Eine 25-Jährige soll dort gegen ihren Willen festgehalten worden sein. Sie wurde auch am Donnerstag weiter befragt.

22.10.2020, 11:52 Uhr / Lesedauer: 1 min
Auf dem Areal einer Eventagentur ist die Polizei mit größerem Aufgebot angerückt. Foto: Guido Schulmann/dpa/Archivbild

Auf dem Areal einer Eventagentur ist die Polizei mit größerem Aufgebot angerückt. Foto: Guido Schulmann/dpa/Archivbild

Laut Staatsanwaltschaft soll sich auf dem Areal der Eventfirma mit mehreren Veranstaltungsräumen „eine Glaubensgemeinschaft etabliert haben, man kann auch sagen: eine Sekte“. Dabei soll es sich um den „Orde der Transformanten“ handeln. „Orde“ ist niederländisch und bedeutet Orden. Auf dem Gelände trafen die Beamten insgesamt 54 Personen an, darunter zehn Kinder.

Die Polizei sei bei dem Einsatz „äußerst behutsam“ vorgegangenen, betonte der Staatsanwalt. Auch, weil es im Vorfeld Hinweise auf Kinder gegeben habe. Die Beamten hätten daher auf Masken verzichtet. „Bild.de“ hatte den Geschäftsführer der Eventfirma zitiert - nach eigenen Angaben Mitglied des „Orde“: „Der Einsatz ist total übertrieben. Die hätten auch klingeln können.“ Die Frau sei gegen ihren Willen von der Polizei abgeführt worden.

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