Gezielt in Unfälle verwickelt? Ermittlungen eingeleitet

Ein 34-Jähriger aus Bonn soll gezielt ältere Menschen und Fahranfänger in Verkehrsunfälle verwickelt haben, um in großem Stil überhöhte Reparaturkosten zu kassieren. Ermittelt werde wegen des Verdachts des Versicherungsbetruges, es gehe um eine Summe von weit über 100 000 Euro, teilte die Polizei am Dienstag mit. An der Masche sollen auch ein Gutachter und ein Rechtsanwalt beteiligt gewesen sein. Die Ermittler durchsuchten am Dienstagmorgen insgesamt acht Wohnungen in Köln, Bonn, Königswinter und Asbach in Rheinland-Pfalz. Das Verfahren laufe gegen insgesamt neun Beschuldigte, hieß es.

25.08.2020, 18:01 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der 34 Jahre alte Hauptverdächtige soll zwischen Mai 2017 und September 2018 an zahlreichen Unfällen beteiligt gewesen sein. Den Ermittlern zufolge fuhr er immer hochwertige Autos, die auf Bekannte zugelassen gewesen seien. Er soll dann gezielt Kollisionen mit älteren oder unerfahrenen Autofahrern provoziert haben. Teilweise habe der 34-Jährige dieselben Autos genutzt. Der Kfz-Sachverständige soll dann als Komplize Gefälligkeitsgutachten erstellt haben, ohne die Vorschäden der Wagen zu berücksichtigen. So seien stets sehr hohe Reparaturkosten entstanden. Ein Bonner Rechtsanwalt soll die Forderungen bei den gegnerischen Versicherungen schließlich geltend gemacht haben.

Bei den mutmaßlichen Tätern handele es sich um einen „organisierten Verband“, erklärte die Polizei. Bei den Durchsuchungen am Dienstag wurden demnach zahlreiche Dokumente und Medien sichergestellt, die nun ausgewertet werden sollen. Bei dem 34-Jährigen seien Unterlagen beschlagnahmt worden, die auf weitere Straftaten hindeuteten. Personen seien bei den Taten nicht verletzt worden, sagte eine Polizeisprecherin.

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