Gewerkschaft befürchtet Entlassungswelle im NRW-Gastgewerbe

Nach den Lockerungen der Corona-Beschränkungen gehen zwar wieder mehr Menschen aus, doch die Umsätze von Gaststätten und Hotel sind weiter im Keller. Die Gewerkschaft schlägt deshalb Alarm.

20.08.2020, 09:21 Uhr / Lesedauer: 1 min

Trotz etwas besserer Geschäfte im Juni steckt das besonders hart von der Corona-Pandemie getroffene Gastgewerbe in Nordrhein-Westfalen weiter tief in der Krise. Gaststätten und Beherbergungsbetriebe setzten im Juni zwar ein gutes Drittel mehr um als im Mai, doch im Vergleich zum Vorjahresmonat mussten Wirte und Hoteliers bereinigt um Preiserhöhungen ein dickes Minus von 41,7 Prozent verbuchen. Das teilte das Statistische Landesamt am Donnerstag mit.

Der Branche droht nach Ansicht der Gewerkschaft NGG der Verlust Zehntausender Arbeitsplätze. Einer Pleitewelle im NRW-Gastgewerbe könnte eine Entlassungswelle unbekannten Ausmaßes folgen, erklärte der Landesbezirk der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Nach Angaben des Statistischen Landesamtes sank die Zahl der Beschäftigten im Gastgewerbe im Vergleich zum Vorjahresmonat um 18,1 Prozent. Kurzarbeiter sind darin nicht enthalten.

„Wenn die Politik Beschäftigte und Betriebe nicht stärker unterstützt, wird ein Teil des Gastgewerbes die kommenden Monate nicht überstehen“, sagte NGG-Landeschef Mohamed Boudih. Die Landesregierung sollte sich in Berlin mit Nachdruck für eine Verlängerung der Kurzarbeit-Regelung und für eine deutliche Aufstockung des Kurzarbeitergeldes einsetzen.

Besonders hart traf Corona Hotels und andere Beherbergungsbetriebe. Gegenüber dem Mai verzeichnete sie zwar ein sattes Umsatzplus von gut 75 Prozent. Doch das war immer noch fast zwei Drittel weniger als im Juni vergangenen Jahres. Ähnliche Einbrüche gab es bei Gaststätten, die überwiegend vom Getränkeausschank leben. Sie setzten im Juni 47,5 Prozent weniger um als im Vorjahresmonat. Die Wirte haben deshalb an die Kommunen appelliert, die Sperrzeiten in der Außengastronomie zu verkürzen, um so beim warmen Wetter in Biergärten und auf Terrassen mehr Umsatz machen zu können.

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