Corona: Einschnitte im öffentlichen Leben erwartet

Das Coronavirus bereitet sich in NRW weiter zügig aus. Von einem Erlass zur Großveranstaltungen werden Einschnitte im öffentlichen Leben erwartet. In Mönchengladbach und Dortmund sind Geisterspiele bereits beschlossene Sache.

10.03.2020, 10:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nordrhein-Westfalen steht wegen des Coronavirus offensichtlich vor landesweiten Einschnitten im öffentlichen Leben: Die NRW-Landesregierung will angesichts der raschen Ausbreitung des Virus an diesem Dienstag einen Erlass zum Umgang mit Großveranstaltungen herausgeben.

Die Stadt Mönchengladbach traf noch vor der Veröffentlichung des erwarteten Erlasses die Entscheidung für das erste Geisterspiel in der Fußball-Bundesliga: Demnach darf das Nachholspiel Borussia Mönchengladbach gegen den 1. FC Köln am Mittwoch nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Die Stadt Dortmund entschied zudem, dass auch das Revierderby in der Fußball-Bundesliga zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 an diesem Samstag ohne Zuschauer stattfinden muss.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte empfohlen, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern wegen der schnellen Ausbreitung des Virus offensiver abzusagen.

Details zu dem NRW-Erlass sollen am Nachmittag von Ministerpräsident Armin Laschet und Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (beide CDU) in Düsseldorf vorgestellt werden, wie ein Sprecher Laumanns sagte. Zuvor hatte Bayern die Untersagung aller Veranstaltungen mit mehr als 1000 Gästen zunächst bis Karfreitag angekündigt.

Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) hatte die Zahl 1000 als „ziemlich willkürlich bezeichnet“: „Dann müsste man auch den Betrieb von Großmärkten schließen, in denen sich über 1000 Kunden aufhalten“, folgerte er in der „Rheinischen Post“.

Grund für das Geisterspiel sei die rasante Entwicklung des Coronavirus, begründete die Stadt Mönchengladbach ihre Entscheidung. Sie folge den erwarteten Vorgaben des Landes Nordrhein-Westfalen, Veranstaltungen ab einer Größe von 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern bis auf weiteres abzusagen.

Der Mönchengladbacher Oberbürgermeister Wilhelm Reiners (CDU) bedauerte die Entwicklung. Die Stadt folge aber selbstverständlich den Vorgaben des Landes. Er sei froh, dass es jetzt wenigstens eine NRW-weit einheitliche Regelung geben werde. Er könne aber auch die Enttäuschung der Fans verstehen.

Die Zahl der bestätigten Infektionen war nach Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums von landesweit von 524 am Vortag auf 579 am Dienstag (Stand: 10 Uhr) gestiegen. Davon waren 323 Fälle im besonders betroffenen Kreis Heinsberg nachgewiesen.

Stadt und Städteregion Aachen, die mit 58 Infektionsfällen landesweit am zweitstärksten betroffen sind, richteten sich darauf ein, über Großveranstaltungen im Bereich Sport, Kultur, Freizeit, Märkte, Messen und Hochschulen zu entscheiden.

Event-Veranstalter hatten noch am Vortag vorerst an ihren Konzert-Plänen festgehalten. So lange die Gesundheitsämter nichts absagten, würden sie das auch nicht tun, teilten verschiedene Veranstalter auf Anfrage mit.

Erstmals waren am Montag in Deutschland zwei Menschen nach Erkrankungen mit dem neuen Coronavirus gestorben. Das erste Todesopfer war eine 89-jährige Frau aus Essen, das zweite ein 78-jähriger Mann aus Gangelt im besonders betroffenen Kreis Heinsberg.

Weitere Meldungen
Meistgelesen