Gerichtsvollzieher treiben Rekordsumme ein

Die Gerichtsvollzieher in Nordrhein-Westfalen haben 2019 die Rekordsumme von 251 Millionen Euro an Außenständen eingetrieben. Das waren 20 Millionen Euro mehr als im Vorjahr, wie der Gerichtsvollzieherbund NRW am Dienstag mitteilte. In laufenden Jahr fürchte der Verband, dass viele Schuldner wegen der Corona-Pandemie in wirtschaftliche Probleme geraten könnten, sagte der Landesvorsitzende Frank Neuhaus. „Im Spätherbst wird es härter, Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit drücken auf die Einkommen und es ist schwerer, etwas hinzuzuverdienen, weil etwa in der Gastronomie noch viel zu ist.“

28.07.2020, 16:11 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Aufschrift „Landgericht Düsseldorf“ am Gebäude des Landgerichtes. Foto: Martin Gerten/dpa

Die Aufschrift „Landgericht Düsseldorf“ am Gebäude des Landgerichtes. Foto: Martin Gerten/dpa

„Im nächsten Jahr werden wir viele Familien aus ihren Wohnungen räumen“, sagte die Vize-Vorsitzende Bettina Marchlewski. 2019 habe es 15 456 Zwangsräumungen in NRW gegeben und damit etwas weniger als 2018 (16 704).

Neuhaus sprach sich für verlängerte Ratenzahlungsangebote aus. Gerichtsvollzieher sollten Zahlungen in Raten auch für länger als ein Jahr vereinbaren können. Das wäre ein gutes Instrument, um Schulder angesichts der Corona-Krise zu entschulden. Die Gerichtsvollzieher fordern außerdem eine Vereinfachung des Pfändungsverfahrens. „Das derzeitige Verfahren ist ein bürokratisches Monster“, erklärte Neuhaus.

Gerichtsvollzieher sind durchweg Beamte. Sie trieben pro Jahr und Kopf im Schnitt rund 265 000 Euro ein und damit ein Vielfaches dessen, was sie das Land kosten, stellte der Verband fest.

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