Gemeinden in Westfalen: Veranstaltungen möglichst absagen

Wegen der Ansteckungsgefahr durch das Coronavirus hat die Evangelische Landeskirche von Westfalen ihren Gemeinden empfohlen, möglichst viele Veranstaltungen abzusagen. In einem Rundschreiben an die Kirchengemeinden wird empfohlen, Veranstaltungen im Zeitraum bis zur Karwoche Anfang April, „die ohne Not zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden können“, zu verschieben. Wichtig sei eine genaue Abwägung von Risiken vor Ort in den Gemeinden, was für das kirchliche Leben zunächst verzichtbar sei und nachgeholt werden könne, sagte ein Sprecher. „Der sonntägliche Gottesdienst gehört zur Kernaufgabe und sollte nicht ohne Not abgesagt werden“, stellte er auf Nachfrage klar.

11.03.2020, 15:10 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eine Frau hält eine Hostie beim Gottesdienst. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Eine Frau hält eine Hostie beim Gottesdienst. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Außerdem verweist die Kirchenleitung auf bereits geltende Schutzmaßnahmen wie den Verzicht auf Begrüßung durch Handschlag. Die Evangelische Kirche im Rheinland lege ihren Gemeinden inzwischen nahe, beim Abendmahl auf Wein zu verzichten, wenn keine einzelnen Kelche für die Teilnehmer vorhanden sind.

Die katholischen Bistümer in Nordrhein-Westfalen teilten auf Anfrage mit, ihre Handlungsempfehlungen angesichts der Ausbreitung des Coronavirus der Lage angepasst fortlaufend zu aktualisieren. Die Bischofskonferenz hatte bereits vor zwei Wochen Gläubige mit Erkrankungssymptomen aufgefordert, auf eine Gottesdienstteilnahme zu verzichten, sowie zurückhaltend mit Händeschütteln und Umarmungen zu sein. Bei der Entscheidung, wie mit größeren kirchlichen Veranstaltungen umzugehen sei, verwiesen die Bistümer am Mittwoch auf die Eigenständigkeit der Gemeinden, die in enger Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden abwägen sollen.

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