Geiger Daniel Hope ist Beethoven-Botschafter

Daniel Hope ist nicht nur ein berühmter Geiger, er ist auch Musikvermittler und ein toller Erzähler. Nun ist er zudem Präsident des Vereins Beethoven-Haus in Bonn. Und damit ein Botschafter des Komponisten.

09.03.2020, 12:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Geiger Daniel Hope (46) gibt eine Kostprobe, wie er seine Aufgabe als Präsident des Vereins Beethoven-Haus in Bonn versteht, und erzählt eine Anekdote: Mit dem großen Dirigenten Kurt Masur wartete er vor einem Konzert lange in einem beklemmend engen Raum. Beethoven stand auf dem Programm. Dann schubste Masur den jüngeren Künstler auf die Bühne und sagte: „Beethoven lässt man nicht warten.“ Hope ist der neue Präsident des Vereins Beethoven-Haus in Bonn und damit auch ein Botschafter des Komponisten, dessen 250. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird.

Er wolle zu einer breiteren Beschäftigung mit Beethoven beitragen, erklärte der Stargeiger mit den roten Haaren am Montag in Bonn. Ein jährliches Kammermusik-Fest will er fortführen. Doch solle es sich öffnen, auch mit Veranstaltungen in Pflegeheimen, Schulen oder Kindergärten. Neben der Musik von Beethoven sollen verschiedene Stile und zeitgenössische Musik gespielt werden. Und Hope will Nachwuchskünstler holen. Er selbst tritt auch auf.

„Beethoven zählt zu meinen großen Inspirationen“, berichtete der 46-jährige Künstler. Vom Originalschauplatz, dem Geburtshaus des Komponisten, zeigte er sich beeindruckt. Er empfinde es als große Ehre, dieses Haus repräsentieren zu dürfen. Die Glanzstücke des Museums würdigte er auch: „Ich habe den Schreibtisch Beethovens gestreichelt.“

Vorgänger im Präsidentenamt waren die Bratschistin Tabea Zimmermann und der Dirigent Kurt Masur (1927-2015). Der Posten ist vor allem repräsentativ und bringt Bekanntheit für das Beethoven-Zentrum. Dazu gehört das jährlich von mehr als 100 000 Menschen besuchte Museum im Geburtshaus. Dort gibt es die - laut Museum - weltweit bedeutendste Beethoven-Sammlung mit Notenblättern, Briefen, Bildern und persönlichen Gegenständen sowie eine Forschungsabteilung und den Konzertsaal für Kammermusik.

Malte Boecker, der Direktor des Beethoven-Hauses, sagte, er kenne wenige Künstler, die so menschenverbindend wirkten wie Hope. Der in Berlin lebende Geiger ist auch Musikvermittler und Autor. In seinen Konzerten moderiert und erklärt er die Musik. Der Verein Beethoven-Haus geht auf eine Gruppe von Bürgern zurück, die das Geburtshaus des Komponisten 1889 vor dem Abriss bewahrten und dort eine Gedenkstätte einrichteten.

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