Gefahr im Kreisverkehr: Politik geht mit Wernes neuem Kreisel hart ins Gericht

dzMünsterstraße in Werne

Wernes neuer Kreisverkehr an der Münsterstraße (ehemals B54) erhitzt weiter die Gemüter. Die Politik sieht Gefahrenpotenzial und äußert deutliche Kritik an der Verwaltung.

Werne

, 17.09.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das neue Schmuckstück entpuppt sich immer mehr als Sorgenkind. Denn aus Sicht der Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung, Umwelt und Verkehr birgt Wernes neuer Kreisverkehr im Bereich Münsterstraße (B54)/Becklohhof/Burgstraße reichlich Gefahrenpotenzial. In der Sitzung am Mittwoch (16. September) übten die Politiker harsche Kritik an der Gestaltung des Kreisels.

Den Aufschlag machte dabei Rolf Weißner. „Das ist nicht ungefährlich“, betonte der CDU-Mann mit Blick auf den neuen Radweg, der entlang der Münsterstraße verläuft und zum Kreisverkehr führt. Der Grund: Der Radweg würde auch von vielen Fußgängern genutzt. Vorgesehen war das aber natürlich nicht. Darüber hinaus komme es bei der Überquerung der Burgstraße immer wieder zu heiklen Situationen. Denn der fehlende abgesenkte Bordstein sorgt für Stolpergefahr. „Das ist nicht barrierefrei. Das habe ich inzwischen zig mal von den Bürgern gehört“, so Weißner.

Politik spricht von „erschreckender“ Situation

Klaus Schlüter (Grüne) meinte, er sei „erschrocken“ darüber, wie er nun als Radfahrer zwischen den Autos durch den Kreisverkehr fahren müsse. „Das kann doch nicht sein“, schimpfte Schlüter - und Hermann Havers von der UWW sprang ihm zur Seite. Gerade wenn man bedenke, wie viele Radfahrer aus der Burgstraße heraus kämen, dann sei die Situation in diesem Bereich „nicht gut gelöst“.

Dass es für Radfahrer „unbequem“ bis hin zu „gefährlich“ sei, die Münsterstraße und den Becklohhof über die dafür vorgesehenen Querungshilfen zu passieren - darüber herrschte nahezu parteiübergreifend Konsens. Das Problem: Zwar verläuft hier ein Streifen für Radfahrer parallel zum Zebrastreifen für Fußgänger, doch sorgt eine etwa zwei Zentimeter hohe Kante dafür, dass es für Radler - gelinde gesagt - ziemlich ruckelig wird. Gefühlt, so betonte Claudia Lange (FDP), seien es nicht zwei sondern sogar zehn Zentimeter.

Eine kleine Kante bereitet den Radfahrern am neuen Kreisverkehr Probleme.

Eine kleine Kante bereitet den Radfahrern am neuen Kreisverkehr Probleme. © Felix Püschner

Zu der langen Liste mit Kritikpunkten nahm dann Tiefbauamtsleiter Adrian Kersting Stellung - und er stieß dabei ins gleiche Horn wie Projektleiter Gisbert Bensch. Der hatte bereits Anfang August auf Anfrage unserer Redaktion erklärt, dass man einen abgesenkten Bordstein an der Einmündung zur Burgstraße keinesfalls vergessen habe. Vielmehr sei er nicht gewünscht gewesen - aus Sicherheitsgründen.

Weil eine Mittelinsel baulich an dieser Stelle nicht möglich sei, wolle man nicht, dass jemand hier die Straße hier überquere. Außerdem gebe es ein paar Meter weiter in der Bonenstraße bereits einen abgesenkten Bordstein. Ein kleiner Umweg, den Fußgänger und Radfahrer in Kauf nehmen sollten. Nun erklärte auch Kersting, dass eine andere bauliche Lösung aufgrund der Brücke, die hier über die Horne führt, „schwierig“ gewesen wäre.

Bei der Radwegemarkierung handelt es sich laut Stadt um ein Provisorium - das soll allerdings mindestens zwei Jahre halten.

Bei der Radwegemarkierung handelt es sich laut Stadt um ein Provisorium - das soll allerdings mindestens zwei Jahre halten. © Charlotte Schuster

Verwaltung verweist auf weitere Projekte und Provisorium

Allerdings habe man dieses Problem bei den anderen geplanten Kreisverkehren am Stadthaus, an der Kreuzung Penningrode/Hansaring und am Steintor nicht. Dort gebe es mehr Gestaltungsspielraum. Und überhaupt sei die Straßenführung entlang der Münsterstraße ja auch noch lange nicht fertig. Bei der kürzlich aufgetragenen Radwegemarkierung zwischen Steintor und Hansaring handle es sich lediglich um ein Provisorium - das allerdings für die nächsten zwei bis drei Jahre halten soll.

Und mit Blick auf die besagte Ruckel-Kante versuchte Kersting die Ausschussmitglieder ebenfalls zu beruhigen. Der Weg sei schließlich noch recht frisch und würde sich erfahrungsgemäß noch senken, wenn mehr und mehr Fahrzeuge ihn überfahren.

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