Junge misshandelt und getötet: Lebenslang für Stiefvater

Ein kleiner Junge stirbt nach der Misshandlung durch den Stiefvater unter grausamen Umständen. Für die Mönchengladbacher Richter kam die Tötung einem Mord nahe. Nun wurde der Fall zum dritten Mal verhandelt. Und zum dritten Mal lautet die Strafe: lebenslang.

17.07.2020, 00:51 Uhr / Lesedauer: 1 min

Erschlagen, getreten und dann erwürgt - nach dem Tod eines grausam misshandelten Fünfjährigen bleibt es bei einer lebenslangen Freiheitsstrafe für seinen Stiefvater. Zu dieser Entscheidung kam am Freitag das Landgericht Mönchengladbach, das den Fall zum dritten Mal verhandelt hatte, wie ein Sprecher mitteilte. Die Tat sei erneut als Totschlag in einem besonders schweren Fall gewertet worden.

Der heute 30-Jährige war 2017 das erste Mal zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Nach einer Teil-Aufhebung des Urteils durch den Bundesgerichtshof folgte eine zweite Entscheidung über das Strafmaß - es lautete erneut lebenslänglich. Nach der erneuten Revision mussten die Richter nun abermals darüber entscheiden.

Der Mann hatte den Jungen im Oktober 2016 durch Schläge und Tritte im Kinderzimmer innerlich sehr schwer verletzt und schließlich erwürgt. An seiner Schuld hatten auch die obersten deutschen Strafrichter keine Zweifel gezeigt. Aber ein besonders schwerer Fall des Totschlags setze voraus, dass das Verschulden des Täters außergewöhnlich groß sei, argumentierten sie. Es müsse ebenso schwer wiegen, wie das eines Mörders.

Nach Angaben des Sprechers legte der Angeklagte am Freitag erstmals vor Gericht ein Geständnis ab. Unter dem Strich überwog aus Sicht der Richter aber die Grausamkeit und die Verwerflichkeit, mit der er bei der Tat vorgegangen war.

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