„Führerscheinkönig“: Neues psychiatrisches Gutachten

Der Prozess gegen den selbst ernannten „Führerscheinkönig“ von Detmold verzögert sich weiter. Die 6. Strafkammer des Landgerichts Detmold gab am Dienstag einem Antrag der Verteidigung statt, den 52-jährigen Rolf Herbrechtsmeier wegen einer möglichen Alkoholsucht psychiatrisch untersuchen zu lassen. Er hatte am vergangenen Verhandlungstag eine längere Erklärung verlesen lassen, in der er seinen langjährigen Alkoholmissbrauch schilderte. Er habe die angeklagten Taten ebenfalls unter Alkoholeinfluss begangen. Seine Verteidigung will nun klären lassen, ob Herbrechtsmeier vermindert schuldfähig war und bei einer Verurteilung eine Langzeittherapie im Maßregelvollzug absolvieren soll.

28.04.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild

Der Prozess hatte sich bereits verzögert, weil ein Gutachter den Angeklagten auf seine Verhandlungsfähigkeit untersucht hatte. Es gab den Verdacht einer Hirnerkrankung. Das hatte der Experte Mitte April aber verneint.

Die Anklage wirft Herbrechtsmeier und seiner Frau in dem Prozess, der seit Anfang Dezember 2019 läuft, hundertfachen Betrug und Steuerhinterziehung vor. Der 52-Jährige soll vielfach Gelder seiner Kunden für neue Führerscheine aus dem EU-Ausland eingesammelt, aber nicht geliefert haben. Seine mehreren 1000 Kunden kamen aus dem ganzen Bundesgebiet.

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