Angst vor Mobbing: Märkischer Kreis hält Corona-Infektionen von Urlaubern geheim

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Bereits 111 Auslandsrückkehrer aus Risikogebieten befinden sich im Märkischen Kreis vorsorglich in Quarantäne. Wer tatsächlich eine Corona-Infektion aus dem Urlaub mitbrachte, bleibt geheim: Grund: Angst vor Mobbing.

30.07.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Zahl der akuten Corona-Infektionen im Märkischen Kreis ist am Mittwoch auf 41 gestiegen. 66 Kontaktpersonen und 111 Rückkehrer befinden sich in Quarantäne. Die Zahl positiv getesteter Urlauber will man nicht nennen.

„Wir wollen nicht, dass diese Menschen an ihrem Wohnort gemobbt werden“, sagte Ursula Erkens, Pressesprecherin des Märkischen Kreises, auf Anfrage. Man habe gerade in kleineren Kommunen damit schon schlechte Erfahrungen gemacht.

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Bekannt sei ihr lediglich, dass es sich wohl ganz überwiegend um Privatreisende gehandelt habe. Unter den 111 Personen, die sich derzeit in häuslicher Quarantäne befinden, gebe es viele, die auf ihr Testergebnis warten.

Nach Rückkehr aus einem Risikogebiet müssen sich die Reisenden beim Kreisgesundheitsamt melden. Liegt noch kein negativer Test vor, der beispielsweise schon im Ausland gemacht worden ist, kann ein solcher nachgeholt werden. Bis zu dem Ergebnis müssen die Betroffenen aber in Quarantäne bleiben.

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„Wir haben daher eine ziemliche Dynamik“, so Erkens weiter. Fällt der Test negativ aus, werden die Personen aus der Quarantäne entlassen. Fällt der Test bei den Auslandsrückkehrern dagegen positiv aus, rutschen sie in die allgemeine Infektionsstatistik. Erkens: „Wir differenzieren nicht.“

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