Frau getötet und Leiche im Kanal versenkt: Acht Jahre Haft

Im Rhein-Herne-Kanal bei Oberhausen wird die Leiche einer Frau gefunden - verschnürt wie ein Paket. Jetzt ist der Täter verurteilt worden: Der Ehemann des Opfers muss acht Jahre in Haft.

23.03.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein Justiz-Mitarbeiter steht im Gerichtsaal vor Beginn der Verhandlung. Foto: Federico Gambarini/dpa

Ein Justiz-Mitarbeiter steht im Gerichtsaal vor Beginn der Verhandlung. Foto: Federico Gambarini/dpa

Zwei Jahre nach dem Fund einer Frauenleiche im Rhein-Herne-Kanal ist ein dreifacher Familienvater aus Oberhausen am Montag zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Der 39-jährige hatte gestanden, seine Ehefrau am 11. April 2018 geschlagen, getreten und mit einem Schal erdrosselt zu haben. Anschließend hatte er die Leiche im Kanal versenkt. Dort war sie elf Tage später von einer Kanufahrerin gefunden worden - verpackt und verschnürt wie ein Paket.

Der Prozess vor dem Duisburger Schwurgericht hatte erst jetzt stattfinden können, weil der Angeklagte direkt nach der Tat in seine kosovarische Heimat geflohen war. Das Urteil lautet auf Totschlag.

Hintergrund der Tat war laut Gericht eine völlig zerrüttete Ehe. Der schon früher gewalttätige Angeklagte hatte eine Zweitfrau, seine 32-jährige Ehefrau offenbar einen Flirt mit einem anderen Mann. Beide waren seit 17 Jahren nach islamischem Recht verheiratet.

Amt Tattag hatte das Paar zwar noch einmal einen neuen Mietvertrag unterschrieben, doch dann eskalierte die Situation. Als die Frau auf eine endgültige Trennung bestand, soll der Angeklagte ausgerastet sein. „Er hat den Entschluss gefasst, seine Frau zu töten“, hieß es im Urteil. Die Kopfverletzungen waren so massiv, dass die Ärzte sie mit Verletzungen nach schwersten Verkehrsunfällen verglichen.

Der Angeklagte war im Januar 2019 im Kosovo festgenommen und später nach Deutschland ausgeliefert worden. Zwei der drei Kinder des Paares befinden sich nun in Deutschland in einem Heim. Die älteste Tochter ist bereits erwachsen.

Weitere Meldungen