Promi-Fotos gegen Corona schlagen in Werne hohe Wellen

dzFotos gegen Corona

Am Anfang war die Idee, mit einem Fotoprojekt etwas gegen die Corona-Krise zu machen. Am Ende steht eine gigantische Aktion, über die ihre Urheberin sagt: „Ich bin so was von glücklich.“

Werne

, 16.06.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Lockdown, leere Geschäfte und Gastrobetriebe, Untergangsstimmung - so stellte sich vor rund zwei Monaten die Corona-Lage da. Fotografin Susanne Kästner, selbst von der Krise gebeutelt, überlegte: Wie kann sie ihre Fähigkeiten zur Stärkung der Wirtschaft, aber auch zu einem Stimmungs-Umschwung in Werne einsetzen? Die Idee für das Fotoprojekt: „Ich bin Werne. Du bist Werne. Sei loyal, kauf lokal“ war geboren.

Susanne Kästner bei der Anbringung des großen Plakates am Mittwoch, 10. Juni 2020, über dem Eingang zum Horne-Center.

Susanne Kästner bei der Anbringung des großen Plakates am Mittwoch, 10. Juni 2020, über dem Eingang zum Horne-Center © Photographie Susanne Kästner

Und jetzt, nach aufregenden und arbeitsintensiven Wochen, was sagt die Initiatorin? „Ich bin so was von glücklich“, antwortet Susanne Kästner (51) auf Anfrage der Redaktion. „Ich hätte nie damit gerechnet, dass das Projekt so hohe Wellen schlägt. Damit spielt sie etwa auf einen Fernsehbericht im WDR an.

Erwartungen an Fotoprojekt zu Beginn gedämpft

Tatsächlich waren zu Beginn die Erwartungen nicht gerade hoch gesteckt. Als sie mit Bürgermeister Lothar Christ über die Freigabe städtischer Plakatflächen zur Präsentation der Bilder sprach, „hat er gesagt ‚für acht Fotos geht das aber nicht, 30 müssen es schon sein‘“, erzählt Kästner mit einem Lachen in der Stimme. Schlussendlich sind es mit ihr selbst 106 markante Schwarzweiß-Porträts geworden.

Sie hängen nicht nur an den drei zunächst vorgesehenen städtischen Flächen. Im Laufe des Projektes habe sich der eine oder andere Teilnehmer bereit erklärt, eigene Flächen zur Verfügung zu stellen „und die sogar zu sponsern“, ist die 51-Jährige begeistert.

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Eine große Präsentation der Bilder ist beispielsweise über dem Eingang zum Rewe im Horne-Center zu sehen. Immer wieder bleiben Passanten stehen, schauen sich die Fotos und den Schriftzug an. „Die Menschen gucken, lächeln, sprechen mich darauf an. Das macht mich schon stolz“, sagt Susanne Kästner.

Wie gelangte sie an die „Models“? „Ich habe rund 160 Mails an Werner Unternehmerinnen und Unternehmer verschickt und sie um Teilnahme gebeten“, sagt Kästner. Zugleich bat sie, diese Mail weiterzuleiten. Letztlich kam die unglaubliche Zahl von 105 Teilnehmern zustande.

Das bedeutete dann viel Arbeit für die professionelle Fotografin. „Ich hatte zwei Wochen für das Projekt veranschlagt. Es sollte schnell fertig sein, so lange die Corona-Krise noch akut ist“, sagt sie. Pro Termin hat sie im Schnitt 30 Minuten gebraucht, „für Gespräch und für die Fotografie“.

Dass der Scheitel aller Porträtierten abgeschnitten ist, „ist natürlich bewusst geschehen. Dadurch lenke ich den Blick des Betrachters auf das Wichtigste im Gesicht eines Menschen: die Augen.“

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