Fortuna Düsseldorf - FC Schalke 04 (2:1): Reaktionen

28.05.2020, 06:41 Uhr / Lesedauer: 4 min
Schalkes Weston McKennie (links am Boden) erzielt das 0:1. Foto: Martin Meissner/AP-Pool/dpa

Schalkes Weston McKennie (links am Boden) erzielt das 0:1. Foto: Martin Meissner/AP-Pool/dpa

Uwe Rösler (Trainer Fortuna Düsseldorf): „Wir wissen bei der Fortuna wer wir sind, wo wir sind und was wir tun müssen, um in der Liga zu bleiben. Wir brauchen eine unheimliche Moral. Wie wir heute Fußball gelebt haben und es über die Linie gebracht haben, das war schon bewundernswert. Wir sind gut reingekommen, waren klar die bessere Mannschaft. In die zweite Halbzeit sind wir nicht so reingekommen. Nach dem Tor haben uns schon viele abgeschrieben, gerade nach dem Spiel am Sonntag. Aber ich habe schon oft gesagt: Wir spielen nicht wie eine Mannschaft, die absteigt. Meine Mannschaft hat unglaubliche Moral bewiesen. Wir sind unheimlich schwer zu schlagen, selbst von einer Mannschaft wie Schalke, die in der Hinrunde auf Platz drei stand.“

„Mein Vorgänger Friedhelm Funkel hat sehr großen Wert darauf gelegt, eine Mannschaft zusammenzustellen, die charakterlich einwandfrei ist. Wir wissen, wer wir sind, wo wir stehen und was wir tun müssen. Von daher können wir Nackenschläge wie in Köln verdauen.“

(in der 88. Minute gezittert?) „Ich habe daran gedacht. Aber wir hatten heute große Leidenschaft. Kaan Ayhan hatte Krämpfe, konnte sich nicht mehr bewegen. Die ganze Bank hat das Spiel mitgelebt. Wir sind ready for fight und wir werden fighten ohne Ende.“

David Wagner (Trainer Schalke): „Wir haben eine wahnsinnig schwierige Phase. Ich denke, die Jungs haben heute in einer ganz neuen Formation versucht, alles reinzuhauen. Haben das gut weg verteidigt und sind in Führung gegangen und wir haben trotzdem verloren aufgrund von zwei Standardsituationen. Dass das in unserer Situation noch mehr wehtut als ohnehin schon, das ist auch klar.“

Jochen Schneider (Sportvorstand FC Schalke 04): „Es ist extrem enttäuschend, hier zu verlieren. Es war kein gutes Spiel, das kann man nicht schönreden. Wir sind in der ersten Halbzeit aus einem defensiven Ansatz das Spiel angegangen. Wir kommen ganz gut in die zweite Halbzeit, gehen in Führung und kassieren dann zwei Gegentore durch Standard-Situationen. In der letzten Viertelstunde haben uns die Ideen gefehlt und die Durchschlagskraft.“

(zu nur 25 Prozent Ballbesitz, ist das Schalkes Anspruch?) „Generell natürlich nicht. Bei Ballbesitz ist immer die Frage, ob es guter ist. Gegen Augsburg hatten wir sehr viel Ballbesitz und haben kaum Chancen kreiert. Es war heute der Ansatz, aus einer guten Defensive im Umschaltspiel Chancen zu kreieren. Aber es ist extrem bitter, das dritte Spiel in Folge zu verlieren.“

(zur Kritik an Wagner) “Das ist für mich keine Kritik am Trainer, sondern an uns allen. Wir alle müssen die Dinge besser machen. Wir können uns nicht so präsentieren wie in den letzten drei Spielen. Das ist ein gehöriger Negativlauf, den müssen wir schnellstens beenden. Am Besten am Samstag.“

(ist ein Sieg gegen Bremen Pflicht?) „In erster Linie ist für alle eine gute Leistung Pflicht. Es ist nicht richtig, es alleine am Trainer festzumachen. Da gehören alle im Verein dazu.“

Lutz Pfannenstiel (Sportvorstand Fortuna Düsseldorf): (zu seinem letzten Heimspiel und dem Abschied mitten in der Saison): „Wir haben es vor Corona zum 31. Mai aufgelöst. Keiner hat Corona erwartet. Da gab es andere Schicksale in den letzten Wochen. Das konnte man nicht voraussehen. Aufgrund der Konstellationen im Verein konnte man das nicht ändern. Es ist auch vollkommen okay so. Ich bin mit dem Herzen bis zum letzten Spieltag dabei und bin sicher, dass wir die Klasse halten.“

Rouwen Hennings (Fortuna Düsseldorf): „Der Sieg war sehr, sehr wichtig. Wir hatten zuletzt sehr viele Spiele, in denen wir nahe dran waren. Es war wichtig, dass wir den Bock umstoßen und das Ergebnis mal über die Zeit bringen. Heute haben wir es sogar mal gedreht, das ist gut für die Moral.“

(welchen Anteil hatte die Kabinen-Aussprache in Köln) „Wir haben uns in letzten Jahren immer wieder mal wieder in schwierigen Phasen zusammengesetzt. Ein reinigendes Gewitter muss manchmal sein. Jeder hat sich ein bisschen Luft gemacht. Heute haben wir in den letzten Minuten alles reingeworfen, um nicht wieder einen reinzukriegen.“

(zu seinem Tor zum 1:1) „Ich drücke ihn weg, aber geschubst war es nicht. Von daher wäre ich sehr überrascht gewesen, wenn das Tor nicht gezählt hätte.“

(zum ersten Tor in 2020): „Im Pokal habe ich ja getroffen. In der Bundesliga hat es etwas gedauert. Ich habe versucht, mich nicht verrückt zu machen. Ich hatte heute auch vorher schon eine Chance. Aber ich habe gedacht, ich bekomme sicher noch eine.“

(wie schwierig ist es zu akzeptieren, manchmal auf der Bank zu sitzen) „Ich glaube, es gibt keinen, der sich auf die Bank setzt und denkt, es ist alles super. Man arbeitet unter der Woche, um am Wochenende auf dem Platz zu stehen. Die anderen haben es gut gemacht. Kenan trifft im Moment, wie er möchte, den Lauf muss er fortsetzen. Heute habe ich zum Glück mal wieder von Anfang gespielt. Am Ende waren die Kräfte etwas weg, aber ich hoffe, dass es bald wieder regelmäßiger wird.“

(zu den drei Toren im Hinspiel) „Schalke scheint mir zu liegen.“

(zur nächsten Aufgabe beim FC Bayern) „Wir sind natürlich der ganz krasse Außenseiter. So, wie die Bayern spielen, braucht man einen perfekten Tag, um eine Chance zu haben, was mitzunehmen. Wir legen uns einen Plan zusammen, wie es eventuell möglich ist, was zu holen. Und dann sehen wir zu, dass wir ihn umsetzen.“

Kenan Karaman (Fortuna Düsseldorf): „Wir haben eine tolle Mannschaft. Tollen Charakter. Auch letztens nach dem Köln-Spiel haben wir uns ausgesprochen. Jeder hat seine Meinung gesagt, jeder war auch kritikfähig. Das braucht so eine Mannschaft im Abstiegskampf. Und mit so einem Fußball, den wir seit einigen Spieltagen auch zeigen, bin ich mir sicher, dass wir nächstes Jahr auch Bundesliga spielen. Rouwen und ich haben einige gute Spiele zusammen gemacht und einige Siege geholt. Man hat heute gesehen, dass wir gut harmonieren. Jetzt hoffe ich, dass wir die nötigen Punkte holen, um den Klassenerhalt zu schaffen.“

Weitere Meldungen