Flughafen Paderborn vor Insolvenz in Eigenverwaltung

Der finanziell schwer angeschlagene Flughafen Paderborn-Lippstadt steuert auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung zu. Beim Hauptgesellschafter des Flughafens, dem Kreis Paderborn, gibt es jetzt eine politische Mehrheit für einen solchen Schritt. Der Kreis- und Finanzausschuss habe sich für ein Insolvenzverfahren ausgesprochen, teilte der Kreis am Dienstag mit. Der Ausschuss halte eine Sanierung des Flughafens außerhalb einer Insolvenz für „unrealistisch und nicht umsetzbar beziehungsweise finanzierbar“.

25.08.2020, 17:11 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Corona-Krise hatte den Airport, wie auch andere NRW-Regionalflughäfen, in schwere Turbulenzen gestürzt. Das Sanierungskonzept sieht eine deutliche Verkleinerung der Kapazitäten auf 300 000 Passagiere im Jahr und einen Personalabbau vor.

Der Kreis Paderborn ist mit 56,4 Prozent größter Anteilseigner des Flughafens. Bei den anderen Eigentümern gibt es Überlegungen und auch bereits Beschlüsse, aus dem Flughafen auszusteigen. Der Paderborner Landrat Manfred Müller (CDU) soll deshalb mit ihnen über eine Übernahme von Geschäftsanteilen gegen entsprechende Abstandszahlungen verhandeln.

Die Insolvenz in Eigenverwaltung ist eine Variante des Insolvenzrechts, die statt einer Abwicklung auf die Sanierung eines Unternehmens zielt. Die Geschäftsleitung bleibt dabei im Amt, ihr wird allerdings ein sogenannter Sachwalter von außen zur Seite gestellt.

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