Faustschlag gegen Randalierer: Ermittlungen gegen Polizisten

Nach einem Polizeieinsatz gegen einen mutmaßlichen Randalierer in Mülheim am Wochenende wird gegen einen Polizisten ermittelt. Er soll laut einer Pressemitteilung der Polizei bei dem Einsatz am frühen Sonntagmorgen einen bevorstehenden Angriff des 33-Jährigen „mit einem gezielten Schlag“ abgewehrt haben. Von dem Einsatz existiert ein vermutlich von einem Anwohner gedrehtes Video, das mittlerweile nicht mehr im Netz zu finden ist. Darin war zu sehen, wie ein Polizeibeamter einen schimpfenden, gestikulierenden Mann unvermittelt mit einem Faustschlag niederstreckt. Gegen den Beamten werde nun wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt ermittelte, sagte ein Sprecher der Polizei Bochum, die aus Neutralitätsgründen mit der Aufklärung des Polizeieinsatzes beauftragt wurde.

20.07.2020, 14:32 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ermittelt werde von Amts wegen aufgrund des Videos sowie nach zwei Strafanzeigen gegen den Polizisten. Eine davon stamme von dem 33-Jährigen selbst, die andere von einem Zeugen, möglicherweise von dem, der das Video ins Netz gestellt hatte. Über das Alter des Beamten machte die Polizei keine Angaben. Es handele sich um einen Streifenpolizisten, sagte eine Sprecherin der Polizei Essen. Er sei weiterhin im Dienst.

Die Polizei war wegen massiver familiärer Streitigkeiten auf einer Straße zu dem Einsatz gerufen worden. Dabei habe sich der 33-Jährige sehr aggressiv gegenüber den Beamten verhalten, hieß es in der Mitteilung. So soll er sie beleidigt und angeschrien haben und mit geballten Fäusten auf den Polizisten zugegangen sein. Nach seiner Festnahme brachte ein Rettungswagen den Mann „aufgrund seiner Alkoholisierung in ein Krankenhaus“. Das Ordnungsamt der Stadt Mülheim ordnete eine zwangsweise Unterbringung in der Psychiatrie an. Wann er dort wieder entlassen wurde, wurde am Montag nicht bekannt. Die Polizei ermittelt gegen den 33-Jährigen unter anderem wegen Verdachts des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte.

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