Fast sechs Jahre Haft für falschen Polizisten

Reihenweise werden Senioren von falschen Polizisten um ihre Ersparnisse gebracht. Nun ist es gelungen, einen der Hintermänner der Betrugsmasche aus der Türkei dingfest zu machen.

20.10.2020, 15:43 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Aufschrift „Landgericht Düsseldorf“ steht am Gebäude des Landgerichts. Foto: Martin Gerten/dpa/Archivbild

Die Aufschrift „Landgericht Düsseldorf“ steht am Gebäude des Landgerichts. Foto: Martin Gerten/dpa/Archivbild

Der Drahtzieher einer Bande falscher Polizisten ist in Düsseldorf wegen Betrugs zu fünf Jahren und acht Monaten Gefängnis verurteilt worden. Außerdem wurde vom Landgericht am Dienstag seine Unterbringung in einer Entzugsklinik angeordnet. Insgesamt ergaunerte die Bande rund 125 000 Euro.

Der 39-Jährige hatte gestanden, von der Türkei aus Senioren in Düsseldorf, Duisburg und Ratingen angerufen und sie in zehn Fällen dazu gebracht zu haben, einem angeblichen Beamten Bargeld und Schmuck auszuhändigen. Dabei hatte er sich selbst als Polizist ausgegeben. Die Idee habe er sich in einem Callcenter in der Türkei abgeschaut, bekannte der Angeklagte. Als Motiv hatte er die Finanzierung seiner Drogensucht genannt.

Dem raschen Urteil war eine Absprache vorausgegangen: Nachdem das Gericht ihm eine Strafe von höchstens sechs Jahren und zwei Monaten zugesichert hatte, legte der Angeklagte ein Geständnis ab. Das Urteil ist rechtskräftig.

Die Vorsitzende Richterin wertete zugunsten des Mannes, dass der sich im Prozess bei jedem Betrugsopfer entschuldigt habe, obwohl diese ihm teilweise kräftig die Meinung gesagt hätten.

Mit dem 39-Jährigen hatten die Ermittler endlich einen der Hintermänner erwischt und nicht nur einen Geldabholer. Weil die Türkei keine Mitbürger ausliefert, konnte sich der 39-Jährige dort sicher fühlen. Dann war er aber nach Georgien gereist, dort verhaftet und nach Deutschland ausgeliefert worden.

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