Fast ganz NRW als Risikogebiet ausgewiesen

NRW ist das bevölkerungsreichste Bundesland - und bald möglicherweise auch vollständig Corona-Risikogebiet. Nur noch vier Kreise liegen nach aktuellen Daten unter der Warnschwelle von 50 Neuinfektionen. In einer Stadt ist der Wert dagegen besonders hoch.

25.10.2020, 12:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nahezu alle der 53 Kreise und kreisfreien Städte in Nordrhein-Westfalen gelten mittlerweile als Corona-Risikogebiete. Nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) und des Landeszentrums Gesundheit von Sonntag (0.00 Uhr) lagen lediglich die vier Kreise Euskirchen, Minden-Lübbecke, Paderborn und Soest unter der Warnschwelle von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen.

Den höchsten Wert wies laut RKI die Stadt Solingen mit 200,3 aus. Das Landeszentrum Gesundheit (LZG) registrierte am Sonntag eine Sieben-Tage-Inzidenz von 199,7 für die Stadt. Dahinter lagen laut RKI und LZG die Stadt Duisburg mit 174,1 und der Kreis Düren mit 170,0. Für Nordrhein-Westfalens einwohnerstärkste Stadt Köln wurden 152,5 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche gemeldet.

Zunächst blieb allerdings unklar, ob tatsächlich alle von den Gesundheitsämtern registrierten Neuinfektionen in die RKI-Statistik von Sonntag eingeflossen. Denn: Für acht Kreise und kreisfreie Städte in NRW wiesen RKI und LZG von Samstag auf Sonntag keine Neuinfektionen aus. Erst am Donnerstag war es wegen einer technischen Störung bei der Übermittlung der Zahlen zu Datenlücken gekommen. Grundsätzlich sind die amtlich gemeldeten Zahlen an den Wochenenden wegen der Personalkapazitäten in den Laboren und Gesundheitsbehörden meist niedriger.

Für die übrigen 45 Kreise und Städte in NRW meldete das RKI am Sonntag 3142 Neuinfektionen innerhalb eines Tages. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen im bevölkerungsreichsten Bundesland lag damit bei 107 759 - etwa ein Viertel aller bundesweit registrierten Fälle (429 181).

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) appellierte an die Menschen, die Corona-Regeln einzuhalten: „Dass wir den Abstand einhalten, dass wir da, wo der Abstand nicht eingehalten werden kann, die Maske tragen, und das wir natürlich unsere Kontakte reduzieren“, sagte Laumann am Samstag in der WDR-Sendung „Aktuelle Stunde“.

Mit Blick auf die steigenden Infektionszahlen und eine mögliche weitere Verschärfung der Corona-Maßnahmen erklärte der Minister: „Ich glaube nicht, dass wir die Wirtschaft wieder abstellen können, wie wir das im Frühjahr gemacht haben. Ich glaube auch nicht, dass es richtig ist, das gesamte Bildungssystem abzustellen.“ Er setze stattdessen auf Kontaktbeschränkungen in der Freizeit, sagte Laumann.

Von den vier NRW-Regionen unter der 50er-Schwelle lag der Kreis Minden-Lübbecke dem RKI zufolge am Sonntag bei 44,8. Für den Kreis Soest wurde eine Inzidenz von 38,1 ausgewiesen, für Paderborn 34,4 und für Euskirchen 41,3.

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