Fast fünf Jahre Haft für Banden-Werkzeugdiebstahl

Im Prozess um schweren bandenmäßigen Werkzeugdiebstahl hat das Landgericht am Freitag zwei Brüder aus Serbien zu jeweils vier Jahren und acht Monaten Haft verurteilt. Die beiden 32- und 43-Jährigen hatten gestanden, nachts im Rheinland und im Ruhrgebiet reihenweise Handwerkerautos aufgebrochen und das teure Werkzeug gestohlen zu haben. Ihre Schwester wurde wegen Beihilfe zu einer 15-monatigen Bewährungsstrafe verurteilt (AZ: 20 Kls 18/19).

20.03.2020, 17:11 Uhr / Lesedauer: 1 min
Landgericht und Amtsgericht Düsseldorf. Foto: Marcel Kusch/dpa/Archivbild/Symbolbild

Landgericht und Amtsgericht Düsseldorf. Foto: Marcel Kusch/dpa/Archivbild/Symbolbild

Allein in der Zeit zwischen Mitte Juni 2019 und ihrer Festnahme knapp einen Monat später erbeuteten die Brüder laut Gericht bei 42 Taten Werkzeug im Wert von 120 000 Euro. Die Beute wurde dann von einem Hehler aus Belgien über Facebook interessierten Käufern angeboten.

„Die Strafen sind gemessen an dem hohen Schaden angebracht“, betonte der Vorsitzende Richter. Er hielt den Brüdern ihre - wenn auch späten und erst auf Drängen erfolgten - Geständnisse zugute. „Ich befürworte die frühestmögliche Abschiebung der beiden nach Serbien“, fügte er hinzu.

Die Staatsanwältin hatte wegen der mit hoher krimineller Energie ausgeführten Taten für die Brüder jeweils Haftstrafen von fünf Jahren und vier Monaten gefordert. „Den beiden war egal, dass sie neben dem hohen Schaden den Handwerkern auch die Arbeitsgrundlage nahmen.“

Als Motiv für ihre Raubzüge hatten die Brüder neben Schulden vor allem die schwere Erkrankung ihres Vaters und die anfallenden hohen Behandlungskosten genannt. „Das würden sie doch auch für ihren Vater tun“, sagte einer der Brüder in seinem letzten Wort. Die 43-jährige Schwester hatte für die Raubzüge Autos und für die Beute Garagen angemietet sowie Unterkünfte besorgt.

Das Trio war im Juli 2019 in Unna und Werne festgenommen worden. Vorangegangen waren monatelange Ermittlungen der zuständigen Kreispolizeibehörde Mettmann. Die serbische Bande war aufwendig observiert und ihre Telefone abgehört worden.

Den entscheidenden Hinweis hatte im März 2019 ein Polizist aus Hilden geliefert. Er hatte in seiner Nachbarschaft in der Nähe eines Tatorts einen verdächtigen Leihwagen beobachtet.

Die Ermittler gehen davon, dass die Bande vor der Festnahme schon zwei Jahre lang in NRW, aber auch in Hessen und Niedersachsen Handwerker-Autos ausgeraubt hat. Damals ging die Polizei noch von 150 Taten mit einer Schadenshöhe von geschätzt mehr als 750 000 Euro aus.

Vor Gericht war sogar von 190 weiteren Taten und einer hohen Dunkelziffer die Rede.

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