Falscher Mediziner im Impfzentrum hat Hochstapler-Vorgeschichte

Hochstapler in Hagen

Der Albtraum eines jeden Patienten: Ein falscher Arzt setzt zur Spritze an. Im Hagener Impfzentrum sorgt ein Hochstapler entsprechend für Aufregung. „Arzt“ ist aber nicht der einzige Fake-Beruf des Betrügers.

Hagen

13.01.2021, 18:12 Uhr / Lesedauer: 1 min
Im Hagener Impfzentrum hat ein Arzt ohne Zulassung gearbeitet. Der Hochstapler beschäftigt jetzt die Staatsanwaltschaft.

Im Hagener Impfzentrum hat ein Arzt ohne Zulassung gearbeitet. Der Hochstapler beschäftigt jetzt die Staatsanwaltschaft. © picture alliance/dpa

Der mutmaßliche Medizin-Hochstapler aus dem Impfzentrum in Hagen soll schon zuvor mit falschen Berufsbezeichnungen Karriere gemacht haben. Der 32-Jährige sei mehrfach wegen ähnlicher Delikte vorbestraft, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Mittwoch.

Psychologe, Sozialarbeiter und Facharzt - die Karriere eines Lügners

Dazu zählen auch zwei zur Bewährung ausgesetzte Freiheitsstrafen von jeweils mehr als einem Jahr, die noch nicht abgelaufen seien. Vor dem Landgericht Dortmund sei er zudem aktuell angeklagt, weil er sich gegenüber einem Sozialprojekt als Psychologe mit entsprechendem Uniabschluss ausgegeben haben soll.

In anderen Fällen soll er ohne entsprechende Qualifikation als Sozialarbeiter in einen Flüchtlingsheim gearbeitet haben. Der WDR und die „Westfalenpost“ hatten zuvor berichtet. Anfang der Woche war bekannt geworden, dass sich der im Hagener Impfzentrum eingesetzte Mann mit gefälschten Papieren als Facharzt für Psychiatrie und Notfallmedizin ausgegeben haben soll.

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Er hatte der Staatsanwaltschaft zufolge bereits seit Mitte 2020 als angestellter angeblicher Arzt des DRK für die Stadt Hagen mehrere Tätigkeiten im Zuge der Corona-Bekämpfung übernommen. So habe er Corona-Tests durchgeführt und auch mit eigenem Büro in der Infektionsnachverfolgung gearbeitet, bestätigte die Stadt in einer Stellungnahme.

Hochstapler war nicht in medizinischer Funktion tätig

Als am 30. Dezember die Bezirksregierung Arnsberg über die offenkundig gefälschte Approbationsurkunde des Mannes informiert habe, sei das DRK informiert worden, dafür Sorge zu tragen, dass der Mann keine weiteren Dienstleistungen mehr übernimmt, hieß es weiter.

Die Ermittlungen zu dem mutmaßlichen Hochstapler und seiner Vorgeschichte dauern nach Angaben der Staatsanwaltschaft an. Das DRK hatte betont, dass er im Impfzentrum keine medizinischen Entscheidungen getroffen habe, sondern koordinierend tätig gewesen sei.

dpa

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