Fall „Mia“: Handschuh bei totem Baby war selbstgenäht

Mehr als ein Jahr nach dem Fund des toten Babys „Mia“ zwischen Altkleidern in Polen hofft die Duisburger Polizei mit neuen Erkenntnissen bei der bislang vergeblichen Suche nach der Mutter weiterzukommen. Ein Waschhandschuh, der bei dem Neugeborenen gefunden worden war, sei selbstgenäht. Das habe eine erneute Untersuchung gezeigt, teilte die Polizei Duisburg am Donnerstag mit. Ein Experte des Landeskriminalamtes habe festgestellt, dass der Waschhandschuh mit einer heimischen Overlock-Nähmaschine hergestellt wurde.

12.03.2020, 12:50 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Schriftzug „Polizei“ ist an einem Polizeirevier zu sehen. Foto: Boris Roessler/dpa/Symbolbild

Der Schriftzug „Polizei“ ist an einem Polizeirevier zu sehen. Foto: Boris Roessler/dpa/Symbolbild

Die Polizei geht schon länger davon aus, dass es sich bei dem Teil aus türkisem Kreppstoff um einen Waschhandschuh handelt, wie er etwa in türkischen oder bulgarischen Dampfbädern genutzt wird. Mit Plakaten mit diesen Informationen appelliert die Polizei abermals an die Bevölkerung, Hinweise auf die Mutter oder zur möglichen Herkunft des Handschuhs zu melden.

Bislang hat die Polizei nur minimale Anhaltspunkte, um das Schicksal des toten Kindes aufzuklären: Das tote Neugeborene war im November 2018 in einer polnischen Altkleidersortieranlage entdeckt worden. Die Kleidersammlung stammte aus Duisburg. Ein späteres Gewebegutachten des Kindes hatte zudem ergeben, dass auch seine Mutter in der Region gelebt haben muss.

„Wir nehmen jeden noch so kleinen Ansatz, um zu klären, was mit Mia geschehen ist“, bekräftigte eine Polizeisprecherin. Hintergrund sei auch ein präventiver Gedanke: Die Erfahrung zeige, dass Frauen in ähnlichen Fällen ihr Verhalten nicht änderten. „Wir wollen nicht, dass einem Geschwisterkind dasselbe passiert“, sagte die Sprecherin.

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