Fahrradfahren in der Coronakrise: Was erlaubt ist und was nicht

dzCoronavirus

Auch in der Coronakrise bleibt Fahrradfahren erlaubt, allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. Was Verstöße kosten und worauf Radler jetzt achten sollten.

Nordkirchen, Selm

, 21.05.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das öffentliche Leben war größtenteils eingefroren, seit die Corona-Schutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen im März in Kraft getreten ist. Inzwischen gibt es immer mehr Lockerungen. Das Kontaktverbot gilt zwar noch, aber nun dürfen sich zum Beispiel auch zwei Familien gemeinsam in der Öffentlichkeit treffen. Was gibt es sonst noch beim Radfahren zu beachten. Dazu Fragen und Antworten.

? Ist Fahrradfahren verboten?

Fahrradfahren ist noch erlaubt. Als Fortbewegungsmittel und zum Sport. Allerdings nur als Individualsport. Gruppen von Radsportlern fallen also genauso unter das Verbot von Zusammenkünften oder Ansammlungen in der Öffentlichkeit von mehr als zwei Personen.

? Gibt es Ausnahmen?

Wie bei anderen Versammlungen gilt, dass Familienmitglieder auch gemeinsam mit dem Fahrrad fahren dürfen. Laut Verordnung gelten folgende Ausnahmen für das Versammlungsverbot von mehr als zwei Personen: Verwandte in gerader Linie, Ehegatten, Lebenspartnerinnen und Lebenspartner sowie in häuslicher Gemeinschaft lebende Personen, die Begleitung minderjähriger und unterstützungsbedürftiger Personen, zwingend notwendige Zusammenkünfte aus geschäftlichen, beruflichen und dienstlichen sowie aus prüfungs- und betreuungsrelevanten Gründen. Seit der Lockerungen am 11. Mai dürfen auch zwei Familien sich wieder treffen.

? Ist Fahrradfahren denn überhaupt sinnvoll?

Gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa) hat Gerd Antes, langjähriger Direktor des Deutschen Cochrane-Zentrums (ein internationales Netzwerk von Wissenschaftlern und Ärzten) am Universitätsklinikum Freiburg, ausdrücklich dazu geraten, das Fahrrad zu nutzen. „Es ist körperlich in jeder Hinsicht gut“, wird Antes zitiert.

? Gab es in Selm und Umgebung Verstöße von Fahrradfahrern gegen das Kontaktverbot?

Bei der Kreispolizeibehörde in Unna sei bislang noch kein solcher Fall bekannt geworden, sagt auf Anfrage Bernd Pentrop, Leiter der Polizei-Pressestelle in Unna. Auch im Nachbarkreis Coesfeld seien noch keine Fälle bekannt, erklärt Polizeisprecherin Vera Howanietz. Derzeit würden zwar viele Meldungen bei der Polizei eingehen, die auf vermeintliche Verstöße gegen das Kontaktverbot hinweisen. Bei der Überprüfung habe sich bislang aber häufig herausgestellt, dass dort keine Verstöße vorliegen, so Howanietz.

? Und wie sieht es bei den Ordnungsämtern aus?

Auch hier mussten bislang keine Verstöße geahndet werden, heißt es auf Anfrage sowohl aus dem Amtshaus in Bork und dem Rathaus Nordkirchen.

? Wie teuer wäre denn ein Verstoß?

Ähnlich wie bei dem Fall von 28 Motorradfahrern, die sich am 28. März illegal am Bikertreff Nordkirchen versammelt hatten, müssten auch Fahrradfahrer-Gruppen mit einem Bußgeld von 200 Euro pro Person rechnen, wenn sie erwischt werden.

Jetzt lesen

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt