Fahnen am Kirchturm St. Christophorus spenden Trost in schweren Zeiten

dzCorona-Krise

In Krisenzeiten wenden sich Gläubige besonders intensiv an ihren Gott. Aber wo Trost finden, wenn es aus Schutzgründen keine Gottesdienste gibt? Vielleicht beim Blick zum Kirchturm.

Werne

, 08.04.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Trost, den Gläubige beim Zusammenkommen im Gottesdienst finden, ist im Moment auf Eis gelegt. Paradox: In einer Krise wie momentan, bei der viele Gottes Beistand suchen, dürfen aus Schutzgründen keine Gottesdienste stattfinden. Doch die Gemeinde St. Christophorus Werne hat sich etwas einfallen lassen.

Seit Ende März wehen am Turm der St.-Christophorus-Kirche in Werne vier ganz besondere Fahnen. Dort, wo zu Feiertagen ein Fahnen-Quartett mit dem Stadtfarben Gelb und Rot zu sehen ist, zieht sich nun ein vier Worte kurzer Satz auf den Flaggen rund um den Turm: „Gott ist bei uns.“

Fahnen-Schrift soll den Menschen Mut machen

„Damit wollen wir den Menschen Mut machen“, sagt Pfarrdechant Jürgen Schäfer auf Anfrage der Redaktion. Nach Ausbruch der Corona-Krise Mitte März hatte die Gemeinde überlegt, was man alles machen könne, um den Menschen Zuspruch zu geben. Dabei kam Schäfer die Idee zu den Wort-Flaggen. Sie dürften einmalig in der Region sein.

„Wir haben dann vier Flaggen mit den Worten ‚Gott – ist – bei – uns‘ bei einem professionellen Hersteller bestellt. In Zeiten des Internets ist das auch in Krisenzeiten kein Problem“, sagt Schäfer. Die Fahnen aus weißem Spezialstoff mit schwarzer Schrift sind rund 1 mal 3,50 Meter groß.

Wind verheddert bisweilen den Fahnenstoff

Allerdings sind die Worte bisweilen schlecht zu lesen, da der Wind oben am Turm den Stoff oft verheddert. Schäfer: „Eigentlich müssen wir die Fahnen noch mal einholen und am unteren Rand mit einem Bleiband beschweren.“ Aber es sei der Gemeinde wichtig gewesen, schnell ein Zeichen zu setzen, um auch in Zeiten, in denen keine öffentlichen Gottesdienste gefeiert werden dürfen, Gottes Nähe zu unterstreichen.

Wenn auch nicht im Gottesdienst, so können die Werner dennoch Trost im Sakralbau suchen. „Unsere Kirche ist augenblicklich den ganzen Tag geöffnet. Das wird sehr gut angenommen“, sagt Jürgen Schäfer.

Marienfigur ist in die Christophorus-Kirche umgezogen

Eine Marienfigur, die sonst außerhalb der Kirche in einem Heiligenhäuschen untergebracht ist und von den Menschen in Werne verehrt wird, ist in das Gotteshaus umgezogen. „Sie wird von vielen mit Blumen und Kerzen bedacht. Das ist etwas Konkretes für die Menschen“, sagt er.

Morgens sind jedoch die Türen der Kirche für eine knappe Stunde geschlossen. „Um 8.45 Uhr streamen wir jeden Tag die heilige Messe. So sind wir mit den Menschen in dieser Zeit verbunden“, erläutert der Pfarrdechant. Er ist überrascht, wie gut und vom wem dieses Angebot angenommen wird. „Zum Beispiel schaut die Mutter unseres Pastors Antonel Lenghen, die in Rumänien wohnt, die Gottesdienste, die ihr Sohn zelebriert“, nennt Schäfer ein Beispiel.

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