Ex-Mercedes-Fläche in Lünen: Bauverein nennt Termin für Abbruch

dzStadtentwicklung

Hinter dem Bauzaun tut sich etwas. Der Bauverein zu Lünen bereitet den Abbruch der Gebäude auf der ehemaligen Mercedes-Fläche im Herzen der City vor. Aus zwei Gründen soll es jetzt losgehen.

Lünen

, 21.07.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die ehemalige Mercedes-Fläche auf der Ecke Kurt-Schumacher-Straße/Viktoriastraße verbirgt sich seit Mitte Mai hinter einem Bauzaun. Seit Anfang dieser Woche bewegt sich etwas dahinter. Schweres Gerät wird abgestellt. Bald soll es auch zum Einsatz kommen. „Wir werden Anfang nächster Woche mit den Abbrucharbeiten beginnen“, sagt Andreas Zaremba, Vorstand des Bauvereins zu Lünen. Der Abbruchbagger kommt dabei aber nicht gleich zum Einsatz.

Erst entkernen, 14 Tage später abreißen

Erst einmal müssten die Gebäude auf dem Gelände entkernt werden, sagt Zaremba. „Alles muss raus.“ Das werde etwa zwei Wochen dauern. Erst dann werde wirklich die Abrissbirne schwingen. Dass sich direkt an den Abbruch der Aufbau anschließe - der Bauverein plant 50 Wohnungen und eine gewerbliche Einheit - , sei aber nicht geplant. Da müsse noch „etwas Zeit ins Land gehen“ - auch, weil es noch offene Fragen gibt.

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Wie ist der Baugrund? Wie muss er vorbereitet werden, um dort 50 Wohnungen zu errichten und zusätzlich gewerbliche Nutzung zu ermöglichen? Diese Fragen haben auf der Ex-Mercedes-Fläche besondere Bedeutung. Das Grundstück befindet sich im ehemaligen Bett der Seseke.

Dem um sich greifenden Vandalismus entgegentreten

Der Fluss ist zwar seit Jahrzehnten umgeleitet, hat aber unter der Erde Spuren hinterlassen: eine besondere Herausforderung für die Statik. Geologische Untersuchungen sollen zeigen, mit was der Bauverein da rechnen muss. „Wir wollen da jetzt Proben nehmen, um Gewissheit zu bekommen“, sagt Zaremba.

Es gibt noch einen anderen Grund, warum jetzt der Abriss beginnen soll, obwohl die Bauarbeiten noch auf sich warten lassen. „Der Vandalismus hat besorgniserregende Formen angenommen“, sagt der Vorstand des Bauvereins. Um dem Vorschub zu leisten, sei es besser, dass der leer stehende Gebäudekomplex ganz verschwinde.

Anfang 2020 war von zwei bis drei Jahren Bauzeit die Rede

Anfang 2018 hatte Mercedes den Betrieb am neuen Standort Lindenplatz 3 in Lünen aufgenommen. Die alte Betriebsstätte an der viel befahrenen Kreuzung steht seitdem leer: eine 10.000 Quadratmeter große Fläche von hoher städtebaulicher Bedeutung, wie sich von Anfang an alle Beteiligten einig war. Inzwischen hat der Bauverein zu Lünen das Filetstück von der Stadt gekauft.

Im Januar 2020 hatte der Bauverein zusammen mit der Stadt Lünen die Pläne für die Mercedes-Fläche vorgestellt. Damals war von zwei bis drei Jahren Bauzeit die Rede, bis das Grundstück komplett bebaut sei. Zu diesem Zeitpunkt war Corona aber auch noch ein Fremdwort.

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