Ex-Mercedes-Fläche gehört dem Bauverein zu Lünen - Geld an Stadt überwiesen

dzStadtentwicklung

Der Verkauf der ehemaligen Mercedes-Fläche im Herzen der City an den Bauverein zu Lünen ist in trockenen Tüchern. Am Dienstag trafen sich die Verantwortlichen zur Schlüsselübergabe vor Ort.

Lünen

, 22.01.2020, 05:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Kaufvertrag ist unterschrieben, das Geld an die Stadt Lünen überwiesen: Seit Mitte Dezember 2019 ist der Bauverein zu Lünen stolzer Besitzer der ehemaligen Mercedes-Fläche an der Langen Straße.

Dass er sich rein rechtlich noch nicht Eigentümer des rund 10.000 Quadratmeter großen Grundstücks nennen darf, liegt einzig und allein daran, dass noch die Grundbucheintragung fehlt.

„Das ist eine formale Geschichte und wird kurzfristig erledigt sein“, sagte Andreas Zaremba, Chef des Bauvereins, am Dienstag (21.1.) im Gespräch mit unserer Redaktion.

Symbolische Schlüsselübergabe

Zuvor hatten Lünens Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns und der Technische Beigeordnete Arnold Reeker im Beisein von Wirtschaftsförderer Eric Swehla dem versammtelten Bauvereins-Vorstand ohne große Worte vor Ort symbolisch den Schlüssel für die ehemalige Mercedes-Niederlassung übergeben.

Ex-Mercedes-Fläche gehört dem Bauverein zu Lünen - Geld an Stadt überwiesen

Das Bild zeigt unter anderem Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns (3.v.l.) und Andreas Zaremba, Chef des Bauvereins (4.v.l.), auf der ehemaligen Mercedes-Fläche bei der offiziellen Schlüsselübergabe des Grundstücks samt Gebäude. © Storks

Zum Kaufpreis machte Zaremba auch nach dem offiziellen Fototermin im Gespräch mit unserer Redaktion keine Angaben. Vielmehr bestätigte der Vorstand, dass der Bauverein nach wie vor für die Entwicklung der Fläche inklusive Kaufpreis rund 27 Millionen Euro in die Hand nehmen will. „Vielleicht werden es angesichts steigender Baukosten auch 30 Millionen Euro“, sagte Andreas Zaremba weiter.

Nach früheren Angaben von Wirtschaftsförderer Eric Swehla zahlt(e) der Bauverein einen niedrigen siebenstelligen Betrag für das Grundstück im Herzen der City - direkt gegenüber vom Firmensitz des Bauvereins.

Ex-Mercedes-Fläche gehört dem Bauverein zu Lünen - Geld an Stadt überwiesen

Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns und Andreas Zaremba in einer der früheren Werkstattgruben von Mercedes. © Storks

Bis die (Abriss-) Bagger auf dem Gelände loslegen, wird es noch einige Zeit dauern. Frühestens Mitte nächsten Jahres soll der Startschuss für das Bauvorhaben fallen. Vorher muss noch ein Bodengutachten durch den Bauverein eingeholt werden, die Stadt muss einen Bebauungsplan aufstellen, was nach früheren Angaben der Verwaltung in enger Abstimmung mit dem Bauervein geschehen soll.

„Bauzeit etwa 2 bis 3 Jahre“

Wie Bauvereins-Vorstand Carsten Unterberg Dienstag sagte, werde die Bauzeit etwa 2 bis 3 Jahre betragen: „Länger nicht, da der Bauverein ja auch wirtschaftlichen Zwängen unterworfen ist.“

An dem im August vergangenen Jahres vorgestellten Entwurf für die Fläche habe sich bislang nichts geändert, sagte Andreas Zaremba: „Es ging in den vergangenen Monaten erstmal darum, den Kaufvertrag unter Dach und Fach zu bekommen.“

Wie berichtet, sieht der Entwurf den Bau von 50 Mietwohnungen und einer gewerblichen Einheit mit einer Nutzfläche von 3300 Quadratmetern (brutto) vor.

Wohnungsgrößen zwischen 59 und 100 Quadratmetern

Die Wohnungsgrößen bewegen sich zwischen 59 und 100 Quadratmetern und sind für 1- bis 3-Personenhaushalte gedacht. Die 50 Wohnungen verteilen sich auf fünf dreigeschossige Gebäude, die in „Anlehnung an die vorhandene alte Stadtstruktur kleingliedrig gestaltet sind“ - in Form von Reihenhäusern.

Bei der Ausrichtung der Wohngebäude soll der Straßenverlauf der Kurt-Schumacher-Straße aufgenommen werden, sodass ein Innenhof erzeugt wird. Kernstück des Innenbereichs bildet nach früheren Angaben von Carsten Unterberg eine große Wasserfläche auf der Tiefgaragendecke: „Stichwort Wohnen am Wasser.“

Büro und Einzelhandelsflächen

Das neben den Wohneinheiten geplante Gewerbeobjekt soll im unmittelbaren Kreuzungsbereich entstehen. Die geplante Nutzung sieht unter anderem eine Mischung von Büro- und Einzelhandelsflächen vor.

Zaremba und Unterberg machten Dienstag deutlich, dass der Entwurf nicht in Stein gemeißelt ist. Unisono erklärten die Bauvereins-Vorstände, dass daran in den kommenden Monaten noch gefeilt wird.

Zu vereinzelter Kritik, dass es sich bei den Plänen nicht gerade um den großen Wurf handelt, dass die Pläne mit dem Motto des Bauvereins „Wir gestalten Lebensräume“ nichts zu tun haben, sagte Zaremba nur: „Ich glaube, wir sind da auf einem guten Weg, wir haben jetzt schon 50 Bewerber für die von uns geplanten Wohnungen.“

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