Ex-Freundin vor Prozess wegen Gewalt-Beziehung erstochen

Weil er seine Ex-Freundin erstochen haben soll, steht seit diesem Dienstag ein 48-Jähriger vor dem Landgericht Bielefeld. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord aus niedrigen Beweggründen vor. Er soll im Februar die ein Jahr ältere Frau mit elf Messerstichen getötet haben, als sie sich weigerte eine Aussage gegen ihn in einem Körperverletzungs-Prozess zurückzunehmen und die Beziehung wieder aufzunehmen.

11.08.2020, 14:41 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Landgericht Bielefeld. Foto: David Inderlied/dpa

Das Landgericht Bielefeld. Foto: David Inderlied/dpa

Die 49-Jährige hatte sich von dem kapverdischen Mann nach mehreren Monaten getrennt und ihn im Sommer angezeigt, weil er gewalttätig geworden war. Das Gericht verlas am Dienstag die polizeiliche Aussage der Frau. Darin schildert sie verbale und körperliche Attacken, ein System aus Drohungen und Belagerung, aus dem sie lange nicht entfliehen konnte. Schließlich trennte sie sich und sollte im Februar gegen den Ex-Partner vor Gericht aussagen.

Rund eine Woche vorher traf sie sich aus bisher unklaren Gründen mit dem Angeklagten in der Nähe einer Müllverbrennungsanlage in Bielefeld. Nach elf Messerstichen in den Oberkörper, soll er die Frau 20 Meter in ein Gebüsch geschleppt haben, wo sie verblutete. Dort fanden Spaziergänger die Leiche. Das Messer lag in der Nähe in einem Bach.

Der Angeklagte machte vorerst von seinem Schweigerecht Gebrauch. Sein Verteidiger kündigte aber für den Prozess einer Erklärung zur Tat und auch zum Lebenslauf an.

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