Essen: Vater lässt kleinen Sohn (2) verdursten - Anklage: Mord aus Grausamkeit

Kind getötet

Ein 32-jähriger Vater aus Essen soll seinen Sohn (2) bei 30 Grad im Schatten im Dachgeschoss eingesperrt haben. Das Kind starb qualvoll. Die Anklage der Staasanwaltschaft erhebt schwere Vorwürfe.

Essen

23.02.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Im vergangenen Sommer ist in Essen ein zweijähriger Junge qualvoll verdurstet - nun kommt der Vater vor Gericht.

Im vergangenen Sommer ist in Essen ein zweijähriger Junge qualvoll verdurstet - nun kommt der Vater vor Gericht. © dpa

Im vergangenen Sommer ist in Essen ein zweijähriger Junge qualvoll verdurstet - nun kommt der Vater vor Gericht. Sein Sohn soll bei Außentemperaturen von rund 30 Grad rund 18 Stunden in seinem Kinderzimmer im Dachgeschoss eingesperrt gewesen sein.

Ab dem 5. März beschäftigt der Fall das Essener Schwurgericht. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Vater Mord aus Grausamkeit vor.

Die Leiche des kleinen Jungen war am 27. Juli 2019 gefunden worden. Nach der Obduktion war von Seiten der Polizei von einem Kreislaufversagen in Folge eines Hitzeschocks die Rede. Dazu gebe es deutliche Anzeigen einer stark mangelnden Flüssigkeitszufuhr.

Später wurde außerdem bekannt, dass der Junge sein Zimmer nicht verlassen konnte, weil der Vater angeblich die Türklinke abmontiert hatte.

32-Jähriger in Untersuchungshaft

Der 32-jährige Deutsche war nach dem Tod des Jungen festgenommen worden und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Die Mutter war ebenfalls festgenommen, aber später wieder freigelassen worden. Zwei weitere Kinder waren vorsorglich dem Jugendamt übergeben worden.

Ob am Ende des Prozesses wirklich eine Verurteilung wegen Mordes stehen könnte, ist unklar. Nach Angaben eines Gerichtssprechers haben die Richter bereits einen Hinweis erteilt, dass auch eine Verurteilung wegen Körperverletzung mit Todesfolge in Betracht kommen könnte. Das könnte dann der Fall sein, wenn die Tat zwar festgestellt wird, ein Tötungsvorsatz aber nicht.

Das Essener Schwurgericht hat für den Prozess zunächst sechs Verhandlungstage bis zum 27. März vorgesehen.

dpa

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