Bistum Essen lehnt Anwesenheitslisten wegen Virus ab

Die Stadt Essen empfiehlt Anwesenheitslisten, wenn 25 oder mehr Personen zusammenkommen. Sie sollen eine schnellen Kontakt ermöglichen, wenn später eine Coronavirus-Infektion bekannt wird. Das Ruhrbistum will die Empfehlung bei Gottesdiensten nicht umsetzen.

03.03.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Das Bistum Essen will die Empfehlung der Stadt Essen, bei Veranstaltungen ab 25 Personen Anwesenheitslisten wegen des Coronavirus anzulegen, bei Gottesdiensten nicht umsetzen. Ein Gottesdienstbesuch sei eine sehr persönliche Angelegenheit, sagte Bistumssprecher Ulrich Lota am Dienstag. „Es wäre schon befremdlich, wenn man Gottesdienstbesuche dadurch kontrollieren könnte, dass man Namenslisten anfertigt.“

Das Bistum erkenne die Bemühungen der Behörden an, Coronavirus-Ansteckungsrisiken zu vermindern. Man müsse jedoch auch prüfen, was sich umsetzen lasse. Der Evangelische Kirchenkreis Essen wollte nach Angaben eines Sprechers am Dienstagabend darüber beraten, wie man mit der Empfehlung der Stadt umgehen kann.

Die Stadt Essen empfiehlt seit Dienstag Organisatoren von Veranstaltungen ab 25 Personen, die persönlichen Daten aller Teilnehmer zu erfassen. Bei einer später festgestellten Coronavirus-Infektion eines Teilnehmers solle es damit möglich werden, alle Übrigen unverzüglich zu identifizieren: „Der identifizierte Personenkreis kann dann gegebenenfalls beprobt beziehungsweise unter Quarantäne gestellt werden“, teilte die Stadt Essen auf ihrer Internetseite mit.

Auf einer solchen Liste sollten Angaben zu Name, Vorname, Adresse und telefonischer Erreichbarkeit gemacht werden. Die Empfehlung gilt nach Angaben von Stadtsprecherin Silke Lenz auch für Gottesdienste, nicht aber für Kneipen.

Lenz betonte, dass es sich um eine Empfehlung handele, sich in eine Liste einzutragen. „Allerdings: Wer sich nicht einträgt, was jeder selbst entscheiden kann, wird dann im Umkehrschluss aber im Fall der Fälle auch nicht informiert werden können.“

Die Stadt empfahl eine Absage oder Verschiebung von Veranstaltungen, bei denen die Kontaktdaten der Teilnehmer nicht ermittelt werden können oder hinterlegt sind. „Dies gilt insbesondere für Veranstaltungen größeren Ausmaßes, bei denen von einem erhöhten Infektionsrisiko auszugehen ist.“

Darüber hinaus riet die Stadt dazu, alle Teilnehmer von Veranstaltungen über allgemeine Maßnahmen des Infektionsschutzes aktiv zu informieren. „Auf eine enge Interaktion (z.B. Tanzen) der Teilnehmenden sollte verzichtet werden.“ Das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes sei aber nicht erforderlich.

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