Erneut Proteste am Tagebau Garzweiler: Kohlegegner festgesetzt

Demonstration

Die Unruhen am Tagebau Garzweiler nehmen in den vergangenen Wochen kein Ende. Nun wurde erneut gegen gegen den Abriss der Landstraße L 277 demonstriert.

Erkelenz

25.07.2020, 11:17 Uhr / Lesedauer: 1 min
In Erkelenz wurde erneut gegen den Kohleabbau demonstriert.

In Erkelenz wurde erneut gegen den Kohleabbau demonstriert. © picture alliance/dpa

Mehrere Dutzend Kohlegegner haben am Samstag am Braunkohletagebau Garzweiler gegen einen weiteren Abbau protestiert. Nach Angaben der Polizei Aachen betraten sie am Morgen RWE-Gelände. An der Grenze zum Gefahrenbereich seien sie von Polizisten gestoppt und festgehalten worden.

Nachdem ihre Personalien aufgenommen wurden, hätten sie Platzverweise erhalten und seien zu einem weiter entfernten Ort gebracht worden, sagte eine Polizeisprecherin. Das Angebot, den Ort selbstständig zu verlassen, hätten sie nicht angenommen. Ein Aktivist habe eine Anzeige erhalten, nachdem er bei der Identitätsfeststellung Widerstand geleistet habe. Er kam in Polizeigewahrsam.

Grenze für die Braunkohlebagger

Die Polizei sprach von rund 60 Personen, die Veranstalter von „ungefähr 100“. Zu der Aktion aufgerufen hatte das Bündnis „Ende Gelände“. Sie steht im Zusammenhang mit den vor einer Woche begonnenen Protesten gegen den Abriss der Landstraße L277 im Erkelenzer Stadtteil Keyenberg im Kreis Heinsberg. Nach früheren RWE-Angaben arbeitet sich der Tagebau nach Westen vor und erreicht in wenigen Wochen die betroffene Straße. Die Abrissarbeiten sollen bis September dauern.

Die Landstraße wird von Kohlegegnern in den von Umsiedlung betroffenen Dörfern als eine Art Grenze verstanden, die die Braunkohlebagger nicht überschreiten sollen. Hinter der Straße liegen die Dörfer, die für die Braunkohle abgebaggert werden sollen. „Inmitten der Klimakrise weiter Braunkohle zu verfeuern, ist absoluter Wahnsinn“, erklärte Sofie Botterbusch von „Ende Gelände NRW“ laut einer Mitteilung. „Dagegen leisten wir heute zivilen Ungehorsam.“ Das Bündnis kündigte weitere Proteste in den kommenden Wochen an.

dpa

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