Ende der „autogerechten Stadt“ Lünen? Kurt-Schumacher-Straße unter der Lupe

Stadtentwicklung

Eigentlich sollte es nur ein Konzept für neue Querungsmöglichkeiten an der Kurt-Schumacher-Straße geben. Jetzt will die Stadt den Blick aber erweitern - so sind auch größere Änderungen denkbar.

Lünen

, 14.06.2020, 16:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Blick auf die Kurt-Schumacher-Straße, die „Stadtautobahn“, und die Kulturinsel mit Hansesaal, Theater und Ringhotel. Auf diesem Archivbild ist die Fußgängerbrücke noch da - 2018 wurde sie abgerissen.

Blick auf die Kurt-Schumacher-Straße, die „Stadtautobahn“, und die Kulturinsel mit Hansesaal, Theater und Ringhotel. Auf diesem Archivbild ist die Fußgängerbrücke noch da - 2018 wurde sie abgerissen. © Neubauer (A)

Im Sommer 2018 ist die Fußgängerbrücke über die Kurt-Schumacher-Straße abgerissen worden - sie war zu marode und zu einem Sicherheitsproblem geworden. Seitdem fehlt eine wichtige Querung über die viel befahrene, vierspurige Straße.

Wie ein möglicher Ersatz aussehen konnte, das sollte von externen Beratern erarbeitet werden. Dieser Auftrag aber wird jetzt verändert, wie aus den Unterlagen für den Stadtentwicklungsausschuss am kommenden Dienstag (16.6.) hervorgeht.

„Neue Querung alleine wäre zu kurz gedacht“

Der Grund für die Änderungen liegt demnach in dem Workshop, den die Stadt zur Ideensammlung für die Entwicklung der Mercedes-Fläche veranstaltet hat. Was aus der Mercedes-Fläche wird, steht mittlerweile fest. Die Workshop-Teilnehmer stellten aber auch fest, dass die Kurt-Schumacher-Straße insgesamt eine große Bedeutung für die Lüner (Innen-)Stadt hat.

Dort sei klar geworden, „dass die alleinige Schaffung einer neuen barrierefreien Querungsmöglichkeit für Fußgänger und Radfahrer zu kurz gedacht ist“, wie es in der Vorlage heißt. Stattdessen müsse man „den an die Kurt-Schumacher-Straße angrenzenden Stadtraum der Innenstadt und Kulturinsel insgesamt in den Blick“ nehmen.

Stichworte, die außerdem fallen: Für Lünen werde die Frage nach einer „Reparatur der autogerechten Stadt“ eine Rolle spielen. Es brauche zudem eine Untersuchung, die darstellt, wie die Kurt-Schumacher-Straße zu einer „qualitätsvollen Stadtstraße“ werden kann.

Ausschreibung wurde ergänzt

Die Ausschreibung, die eigentlich nur Konzepte für eine neue Querungsmöglichkeit vorsah, wurde deshalb aktualisiert und ergänzt. Um eine Analyse der städtebaulichen und verkehrlichen Situation „im Bereich Innenstadt und Kulturinsel“ und die Ausarbeitung von diesbezüglichen Nutzungskonzepten. Es soll zudem ein Werkstattgespräch geben, jedoch kein komplett öffentliches. In der Vorlage ist von „örtlicher Politik und Fachöffentlichkeit“ als Teilnehmern die Rede. In der Folge könnte dann ein neuer Auftrag entstehen, nämlich die Ausarbeitung der favorisierten Option.

Bis sich an der Kurt-Schumacher-Straße tatsächlich etwas verändert, wird es aber noch einige Zeit dauern. „Die Vergabe der Machbarkeitsstudie soll noch vor den Sommerferien erfolgen, sodass die Ergebnisse [...] im Frühjahr 2021 vorliegen.“

Der Abriss der alten Fußgängerbrücke hatte vor allem SchülerInnen der Geschwister-Scholl-Gesamtschule in Nöte gebracht. Sie hatten den Weg zum Sportunterricht an der Rundturnhalle genutzt. Jetzt gehen sie an der Mercedes-Kreuzung über die per Funk steuerbare Ampel.

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