Empörung über Aussage von Fleischfirma zu Ursache von Corona

Die Aussage des Fleischunternehmens Tönnies, die Corona-Infektionswelle in dem Betrieb sei von osteuropäischen Werkarbeitern von ihrem Heimaturlaub mitgebracht worden, hat bei Tönnies-Kritikern für Empörung gesorgt. Solche Aussagen machten aus Opfern Täter, sagte am Donnerstag der katholische Pastor Peter Kossen in Rheda-Wiedenbrück.

18.06.2020, 17:21 Uhr / Lesedauer: 1 min
Matthias Brümmer gestikuliert. Foto: picture alliance/dpa/Archivbild

Matthias Brümmer gestikuliert. Foto: picture alliance/dpa/Archivbild

„Dann heißt es nachher: Die „dreckigen Rumänen“, die es mit der Hygiene nicht so wichtig nehmen, die tragen uns hier die Krankheit rein. Dann sind wir mitten in der Rassismus-Debatte, die wir weltweit haben“, sagte der Geistliche am Donnerstag bei Vorstellung eines Buches, das sich unter dem Titel „Das Schweinesystem“ kritisch mit der Branche aufeinandersetzt.

Seit Jahren üben Gewerkschafter, Kirchenvertreter und Politiker Kritik an dem in der Fleischindustrie üblichen System, nicht auf eigene Belegschaft, sondern auf über Subunternehmer beschäftigte Werkarbeiter zu setzen. Tönnies habe das System als einer der ersten in die Branche eingeführt und setze es in allen seinen Schlachthöfen konsequent um, sagte der NGG-Funktionär Matthias Brümmer aus Oldenburg. „Das ist ein Exportschlager innerhalb der Branche.“

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