Gratis-Kaffee für Einsatzkräfte: Elan-Tankstelle dankt Rettungskräften, Polizisten & Co.

dzSolidaritätsaktion

Die Elan-Tankstelle an der Stockumer Straße in Werne möchte den Einsatzkräften, die gegen das Coronavirus kämpfen, danken. Wer in kritischen Bereichen arbeitet, bekommt einen kostenlosen Kaffee serviert.

Werne

, 24.03.2020, 13:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Polizisten, Sanitäter, Ärzte und Co. stehen in diesen Tagen besonders im Fokus. Denn sie gehören zu den Menschen, die auch in Krisenzeiten arbeiten und für unsere Sicherheit sorgen. Dafür muss man ihnen in irgendeiner Form danken, dachte sich Anja Üzel (33), Angestellte der Elan-Tankstelle, und schmiedete einen Plan: Da frische Gratis-Donuts aufgrund der Lebensmittelrichtlinien nicht ohne Weiteres über den Tresen wandern dürfen, bekommen die Einsatzkräfte von nun an einen kostenlosen Kaffee zu ihrem Einkauf.

Und woran erkennen die Mitarbeiter nun einen Menschen, der einen Gratis-Kaffee verdient hat? „Die Rettungsdienste und Polizisten beispielsweise sind uniformiert. Die kommen ohnehin regelmäßig zum Tanken und Auto waschen her. Die Arzthelferinnen von gegenüber kenne ich inzwischen auch. Allen anderen, die mir erzählen, dass sie in diesen Bereichen arbeiten, glaube ich. Da appelliere ich an das Gute im Menschen, dass die Aktion nicht ausgenutzt wird“, so Üzel.

Positives Feedback über soziale Netzwerke

Über die sozialen Netzwerke und im direkten Kontakt an der Tankstelle bekommen Üzel und ihre Kollegen viel positives Feedback für ihre Idee. Auf Facebook gab es hunderte Likes und dutzende Kommentare auf den Post. „So kennen wir euch. Weiter so!“, heißt es dort. Innerhalb der ersten Stunden nach Beginn der Kaffee-Aktion wurden bereits drei Kaffeebecher dankend angenommen.

Seit Sonntag (22. März) bekommen Einsatzkräfte einen Gratis-Kaffee an der Stockumer Straße. Auf Facebook wurde die Aktion hundertfach geliked.

Seit Sonntag (22. März) bekommen Einsatzkräfte einen Gratis-Kaffee an der Stockumer Straße. Auf Facebook wurde die Aktion hundertfach geliked. © Sylva Witzig

„Ich habe Respekt vor den Einsatzkräften. Die Rettungsdienste haben eine harte Zeit. Sie berichten von ihren Überstunden und wirken gestresst - da müssen wir ihnen den Tag versüßen“, meint Üzel. „Ich hatte jetzt drei Tage frei und das fühlte sich falsch ein. Gerade jetzt möchte ich für die Werner da sein und meinen Teil zum Überwinden der Krise leisten“, fügt sie hinzu.

Menschen kommen zum Reden und zum Kondom-Kauf

An der Tankstelle habe sich indes etwas verändert. Die Rush Hour in den Morgenstunden fiele weg, die Spritpreise sind gefallen und aufgrund mangelnder Nachfrage habe man sich entschlossen, eine Stunde früher zu schließen. Die Hände werden öfter gewaschen und es gibt eine Abstands-Markierung auf dem Boden. Laut Üzel kämen nur noch vereinzelt Kunden in den Laden - und die hätten nun zum Teil andere Bedürfnisse.

„Manche kommen einfach nur zum Reden. Vor allem ältere Menschen bleiben für ein Pläuschchen über Corona und die Welt hier“, berichtet Üzels Kollegin Svenja Tenbieg (39). Häufiger gekauft werden neuerdings auch Kondome. Im Sortiment der Tankstelle ist übrigens auch Toilettenpapier - zu einem tankstellenüblichen Preis.

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