Eingenäht in Puppen: Zoll findet Echsen in Fracht aus Mexiko

Eingenäht in kleine Stoffpuppen, versteckt zwischen Süßigkeiten: Der Zoll hat in Paketen aus Mexiko mehr als zwei Dutzend artgeschützte Reptilien entdeckt. Der Schmuggel der Tiere sei am Flughafen Köln/Bonn verhindert worden, erklärten die Beamten am Mittwoch. Die insgesamt 26 Dosenschildkröten, Baumschleichen und Krötenechsen seien auf dem Weg zu Privatleuten in Deutschland gewesen - eingebettet in mexikanische Süßigkeiten, Souvenirs und Spielsachen. Das Perfide: Die Reptilien waren eingenäht in kleine Stoffpuppen.

02.12.2020, 16:53 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Ärmelabzeichen von zwei Zollbeamten. Foto: picture alliance / Christophe Gateau/dpa/Symbolbild

Die Ärmelabzeichen von zwei Zollbeamten. Foto: picture alliance / Christophe Gateau/dpa/Symbolbild

„Bei unseren Luftfrachtkontrollen müssen wir ja grundsätzlich mit allem rechnen, aber lebende und zudem artengeschützte Tiere zu finden ist schon erschreckend“, sagte Jens Ahland, Sprecher des Hauptzollamts Köln. Als man die Pakete geöffnet habe, sei den Zöllnern schon ein spezieller Geruch entgegen gekommen. Beim Abtasten seien die Tiere dann gefunden worden. Ohne ausreichende Belüftung hätten mehrere von ihnen die Reise allerdings nicht überlebt. Mittlerweile seien zwölf gestorben. Die beiden Pakete waren am 30. und 8. November überprüft worden.

Zur genauen Artbestimmung und Pflege wurden die Reptilien zunächst zum Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig nach Bonn gebracht, dessen Experten dem Zoll regelmäßig helfen - meist jedoch bei beschlagnahmtem Leder oder Fell. Den Einführern der Tiere drohen den Angaben zufolge nun Bußgeldverfahren. Das Bundesamt für Naturschutz informierte zudem die mexikanischen Behörden. Eine Frage war dabei auch, ob die Reptilien zur Auswilderung in ihre Heimat zurückgebracht werden sollen. „Sollten die Behörden zustimmen, werden die Tiere, die gesund genug sind, nach Mexiko zurückgesandt.“

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