Corona-Zeiten: Desinfektion to-go und kein Handshake

Messen werden aufgrund von Corona laufend abgesagt. Eine Schuhmesse in Düsseldorf findet aber statt. Trotzdem dreht sich alles um das Virus.

09.03.2020, 15:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Händeschütteln nicht erwünscht und Desinfektionsfläschchen als Goodies zum Mitnehmen - so sieht es auf einer Messe in Zeiten von Corona aus. Die dreitägige internationale Schuh- und Accessoire-Messe „Gallery Shoes“ findet derzeit trotz der Epidemie in Düsseldorf statt (8. bis 10 März) - das Virus bleibt aber omnipräsent.

Vergangenes Jahr kamen 9500 Fachbesucher. Wie es diesmal wird, bleibt abzuwarten. Die Geschäftsführerin des Messeveranstalters, Ulrike Kähler, versicherte am Montag, es bestehe keine Ansteckungsgefahr. „Wir stehen in engem Kontakt mit den Gesundheitsämtern und dem Robert-Koch-Institut und haben entsprechende Maßnahmen getroffen“, erklärte sie. „Wenn ich Zweifel hätte, säßen wir nicht hier.“

An ihrem Kragen trug sie einen Button mit der Aufschrift: „Warm welcome without shaking hands“ (Herzliches Willkommen ohne Händeschütteln). Dazu die durchgestrichene Illustration eines Händeschüttelns. An einem Infopoint werden kleine Desinfektionsfläschchen verteilt - mit der Botschaft: „Take care!“ Immer wieder desinfizierten am Montag auch Reinigungskräfte die Türklinken.

In den Hallen sieht es auf den ersten Blick nicht anders aus als sonst - aneinandergereihte Aussteller, Stiefel, Sneaker und High-Heels in den Regalen. Ein paar Messebesucher schlenderten am Montag durch die Gänge. Viele Händler saßen an ihren Tischen und schauten auf ihre Laptops und Handys - der Andrang schien nicht allzu groß zu sein. Auf Tischen standen Desinfektionsflaschen.

Ein Aussteller aus Stuttgart, der nicht namentlich genannt werden wollte, sagte, er habe in letzter Sekunde entschieden, doch noch zu kommen. Ein Hotelzimmer habe er bewusst außerhalb von Düsseldorf gebucht: „Ich gebe hier niemandem die Hand, und abends hole ich mir etwas aus dem Supermarkt und esse im Hotelzimmer. Raus möchte ich nicht.“ Er vertraue den Messeveranstaltern, sei aber dennoch verunsichert: „Meine Frau ist gar nicht gekommen, sie hatte zu viel Angst.“

Von den 400 Ausstellern haben Ulrike Kähler zufolge 34 Händler kurzfristig aufgrund des Coronavirus abgesagt, der größte Teil von ihnen stamme aus Deutschland. Die Vorbereitungen für die Messe seien durch die ganze Corona-Entwicklung zuletzt noch sehr aufwendig gewesen. „Es war wie ein Tsunami“. Jetzt funktioniere aber alles und man sei doch noch zufrieden.

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