Düsseldorfer OB warnt vor Folgen der Corona-Einschränkungen

Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) hat vor den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen der Corona-Einschränkungen gewarnt. „Ich befürchte, lange wird unser Land einen nahezu vollständigen Shutdown nicht überstehen“, schrieb er in einem Gastbeitrag der „Rheinischen Post“ (Mittwoch).

25.03.2020, 09:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel gibt ein Pressestatement. Foto: Fabian Strauch/dpa/Archivbild

Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel gibt ein Pressestatement. Foto: Fabian Strauch/dpa/Archivbild

Schon jetzt gebe es erste Insolvenzen, die „vollmundig angekündigten großzügigen staatlichen Rettungsschirme“ würden mangels staatlicher Einnahmen auf Dauer wohl nicht durchzuhalten sein, sagte Geisel. Hinzu komme wegen der Kontaktverbote bereits eine „signifikante Zunahme“ von Inobhutnahmen und Betretungsverboten wegen häuslicher Gewalt. Die Schließungen von Schulen und Universitäten brächten das solidarische Miteinander der Generationen in Gefahr. Es sei zu befürchten, dass junge Menschen zunehmend gegen die Maßnahme rebellierten, weil sie sich von den Gefahren der Infektion nicht selbst betroffen fühlten.

Nach Statistiken aus Italien liege das Durchschnittsalter der Covid-19-Verstorbenen bei knapp 80 Jahren, 99 Prozent von ihnen hätten Vorerkrankungen gehabt. Die Risikogruppe für einen kritischen Krankheitsverlauf müsse gezielt geschützt werden. Es müsse ihr ermöglicht werden, körperlichen Kontakt zu vermeiden und dennoch so weit wie möglich am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Zugleich müsse aber die Politik eine Strategie entwickeln, wann und wie das öffentliche Leben wieder hochgefahren werden könne, forderte der Düsseldorfer Oberbürgermeister.

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