Düsseldorfer Kooperation mit Vodafone hat Vorreiterfunktion

Wenn Chefs von Telekommunikationsunternehmen über den mancherorts nur schleppenden Netzausbau reden, sind sie verärgert: Die aufwendigen Genehmigungsverfahren seien Bremsklötze und es gebe zu wenig geeignete Standorte. In Düsseldorf könnte ihr Ärger bald verfliegen.

15.11.2020, 08:52 Uhr / Lesedauer: 1 min
Hannes Ametsreiter, Vorstandsvorsitzender der Vodafone GmbH. Foto: John Macdougall/AFP Pool/dpa/Archivbild

Hannes Ametsreiter, Vorstandsvorsitzender der Vodafone GmbH. Foto: John Macdougall/AFP Pool/dpa/Archivbild

Düsseldorf geht beim Internetausbau ungewöhnliche Wege. Die Stadt will künftig mit ihren kommunalen Unternehmen Rohre verlegen, die der Netzbetreiber Vodafone dann wiederum mietet und Glasfaserleitungen hineinbringt. Eine entsprechende Kooperationsvereinbarung gab die Stadt am Sonntag bekannt. Zudem soll Vodafone leichter Zugriff haben auf Mobilfunk-Standorte auf städtischen Gebäuden, etwa auf Feuerwehr-Stationen, und das Genehmigungsprozedere soll verkürzt werden. Nach Angaben der bundesweit tätigen Firma hat die Kooperation eine Vorreiterfunktion für Deutschland, nur in Köln gebe es eine ähnliche Zusammenarbeit.

Bisher verlegt Vodafone die Internetleitungen selbst, findet mitunter aber nur mühsam Tiefbauunternehmen als Auftragnehmer. Die Stadt hat über ihre kommunalen Betriebe hingegen leichter Zugang. „Die knappen Tiefbaukapazitäten bremsen den Glasfaser-Ausbau hierzulande oft aus“, sagte Vodafone-Deutschlandchef Hannes Ametsreiter. Nun könne man gemeinsam „die Bremse lösen“. „Mit der Stadt Düsseldorf starten wir jetzt ein neues Modell und beschleunigen den Prozess, um LTE und 5G auf städtischen Flächen schnell und einfach zu starten“, so der Manager.

Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) sagte: „Eine leistungsfähige und flächendeckende Breitband-Versorgung ist die Basis aller Bemühungen in der Digitalisierung.“ Der Ausbau der digitalen Infrastruktur sei eine gemeinschaftliche Aufgabe, für die seine Stadt Partnerschaften mit den Telekommunikationsfirmen eingehe.

Die Kooperation soll den Glasfaserausbau und damit sowohl das gigabitfähige Festnetz-Internet als auch die Mobilfunkabdeckung beschleunigen - Mobilfunkstationen brauchen ebenfalls einen Anschluss ans Glasfasernetz oder eine Anbindung per Richtfunk. In spätestens fünf Jahren sollen in Düsseldorf alle Haushalte, Unternehmen und Einrichtungen einen Zugang zum Glasfasernetz und damit zum schnellen Internet haben. Die Netzabdeckung in der NRW-Landeshauptstadt ist insgesamt schon gut, doch besonders in den Randgebieten gibt es mancherorts noch schwachen Handyempfang oder langsame Netzanschlüsse.

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