Düsseldorf will trotz Votum Fotoinstitut-Standort sein

Der Streit um den Standort für das neue Bundesinstitut für Fotografie geht weiter. Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) bekräftigte am Samstag in einer Mitteilung abermals seinen Anspruch auf den Zuschlag für die Landeshauptstadt - und kritisierte damit Staatsministerin Monika Grütters (CDU). Düsseldorf werde an dem Projekt Deutsches Fotoinstitut festhalten und die bewilligten Mittel bei Bund und Ländern abrufen, so Geisel.

23.05.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Thomas Geisel, der Oberbürgermeister von Düsseldorf. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Archivbild

Thomas Geisel, der Oberbürgermeister von Düsseldorf. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Archivbild

Eine von Staatsministerin Monika Grütters einberufene Expertenkommission hatte sich für Essen als künftige Foto-Instituts-Stadt ausgesprochen - und dies „mit überzeugenden Argumenten“, wie Grütters der Zeitung „Rheinische Post“ (Samstagsausgabe) sagte. Eine Machbarkeitsstudie für Essen werde derzeit erstellt, der Standort Düsseldorf werde darin nur ergänzend betrachtet.

Grütters will mit dem Institut dafür sorgen, dass beispielsweise Nachlässe wichtiger Fotografinnen und Fotografen in Deutschland gesichert werden. Noch bevor das Votum der Experten fiel, hatte der Haushaltsausschuss des Bundestags im November 41,5 Millionen Euro für den Bau des Fotoinstituts eingestellt - mit dem Standort Düsseldorf. Stadt und Land sicherten damals eine Kofinanzierung zu.

Es sei „erstaunlich“, wie Grütters meine, sich über diese Beschlüsse hinwegsetzen zu können, kritisierte Geisel. „Eine von ihr handverlesene Expertenkommission dürfte das kaum rechtfertigen“, so der SPD-Politiker weiter.

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