„Kann so nicht weitergehen“: Rösler genervt

Erst einmal in acht Spielen unter Uwe Rösler hat Fortuna Düsseldorf verloren. Aber auch erst einmal gewonnen. Und bei fast allen Unentschieden verschenkte die Fortuna den Sieg. Der Trainer ist deshalb alarmiert und genervt.

24.05.2020, 20:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Kabine musste Uwe Rösler erst mal „ein bisschen Dampf vom Kessel lassen“. Fortuna Düsseldorf spielt unter ihm „nicht wie ein Absteiger“, durfte Rösler unwidersprochen behaupten. Doch es könnte letztendlich ein Abstieg in Schönheit werden. Zum sechsten Mal im achten Spiel unter Rösler spielte die Fortuna beim 2:2 (1:0) in Köln Unentschieden, zum vierten Mal verspielte sie dabei einen Vorsprung. „Das tut richtig, richtig weh“, gestand Rösler.

Nachdem sein Team beim 3:3 gegen Hertha BSC eine 3:0-Führung verspielt hatte, verschenkte sie diesmal einen 2:0-Vorsprung nach der 88. Minute. Anthony Modeste (88.) und Jhon Cordoba (90.+1) glichen nach den Toren von Kenan Karaman (41.) und Erik Thommy (61.) für Köln aus. Und so nahm Rösler seine Spieler noch in der Kabine ins Gebet, erst mit einiger Verspätung ließ er sie für Interviews wieder nach draußen. „Wir mussten uns klar die Meinung sagen. Es kann so nicht weitergehen, dass wir uns für gute Spiele nicht belohnen“, sagte der 51-Jährige. Immerhin habe er erfreut festgestellt, „dass die Mannschaft total ehrlich miteinander umgegangen ist“.

Rösler suchte auch deshalb so schnell die klare Aussprache, weil er das Thema „noch heute zu Bett bringen wollte“, wie der lange auf der Insel arbeitende Coach sagte und ein englisches Sprichwort eindeutschte. Der Blick muss schnell nach vorne gehen. Denn zum einen muss Düsseldorf an den kommenden Spieltagen gegen Schalke, den FC Bayern, Hoffenheim, Dortmund und Leipzig ausschließlich gegen Teams aus der oberen Tabellenhälfte ran, andererseits steht eine Englische Woche bevor.

„Das wird eine entscheidende Woche für uns“, sagte Rösler, der weiter an sein Team glaubt. „Die Mannschaft ist jedes Mal zurückgekommen. Und ich sehe keinen Grund, warum sie diesmal nicht zurückkommen sollte“, sagte er: „Die Mannschaft weiß, dass sie gut ist. Sie hat Selbstvertrauen.“

Allerdings schaute Kenan Karaman, der sein viertes Tor in den letzten vier Spielen erzielte, schon gar nicht mehr nach oben. „Es wird ein Dreikampf zwischen Paderborn, Bremen und uns“, sagte der türkische Nationalspieler, obwohl der 15. Mainz nach dem 0:5 gegen Leipzig ebenso nur drei Punkte entfernt ist wie der 17. Bremen nach dem 1:0 in Freiburg.

Ein Rechen-Beispiel macht den Düsseldorfern allerdings Mut. Würden auch die letzten sieben Spiele unentschieden enden, hätte die Fortuna 31 Punkte auf dem Konto. Im Schnitt reichten seit Wiedereinführung der Relegationsspiele 30,8 zumindest für Platz 16.

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