Drosten veröffentlicht neue Version seiner Corona-Studie zu Kindern

Coronavirus

Christian Drosten hat eine neue Version seiner Studie zur Infektiosität von Kindern herausgebracht. Die erste Fassung war stark kritisiert worden - vor allem von der Bild-Zeitung.

Berlin

03.06.2020, 10:09 Uhr / Lesedauer: 2 min
Prof. Dr. Christian Drosten hat seine Corona-Studie aktualisiert.

Prof. Dr. Christian Drosten hat seine Corona-Studie aktualisiert. © picture alliance/dpa

Christian Drosten hat eine neue Version seiner Studie zur Infektiosität von Kindern veröffentlicht. Darin beschreibt der Direktor des Instituts für Virologie an der Berliner Charité, wie anfällig unterschiedliche Altersgruppen für das Coronavirus sind und welche Rolle sie für die Ausbreitung des Sars-CoV-2-Erregers spielen.

Studie stand zuletzt stark in der Kritik

Schon mehrere Tage, nachdem Drosten die erste Version der Studie veröffentlicht hatte, häufte sich die Kritik an seiner verwendeten Methodik. Und auch der Virologe selbst machte in seinem NDR-Podcast auf mögliche Schwächen der Studie aufmerksam: „Das ist sicherlich nicht die normale Art von Studie, die man machen würde, um die Frage nach der Übertragung von und durch Kinder zu beantworten.“ Die Untersuchung könne nur indirekte Hinweise geben.

In seiner Studie Ende April, die noch nicht von unabhängigen Experten überprüft worden war, hatten Drosten und sein Team bei 3712 infizierten Patienten die Menge der Viruslast im Hals untersucht. Je älter die Testpersonen, desto größer war auch die Menge an gefundener Viruslast. Die Untersuchungen zeigten aber, dass es „keine signifikanten Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen gibt“, teilte Drosten auf seinem Twitter-Account mit.

Drostens Konter

Zuletzt hatte vor allem die Bild-Zeitung die Studie stark kritisiert: „Drosten-Studie über ansteckende Kinder grob falsch“ titelte sie am 25. April. Vorausgegangen war eine Anfrage der Zeitung an den Virologen, innerhalb von einer Stunde zu ausgewählten, kritischen Stimmen Stellung zu nehmen. „Ich habe Besseres zu tun“, antwortete Drosten und entfachte damit eine Welle an Kritik und Drohungen. Er erhielt aber auch viel Unterstützung und Zustimmung.

Über die neue Version der Studie äußern sich einige Statistik-Experten nun bereits sehr positiv: Der Wirtschafts-Professor Jörg Stoye von der New Yorker Cornell University spricht auf Twitter von einer „überzeugenden Neuanalyse“, die seine Bedenken „vollständig ausräumt“.

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Auch für den Bonner Statistiker Dominik Liebl hat sich die Statistik deutlich verbessert: „So funktioniert Wissenschaft im #TeamWissenschaft, auch wenn Bild versucht zu spalten“, schreibt er auf Twitter.

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