Dreitägiger Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner hat begonnen

dzBorker Straße

Der Radweg entlang der Borker Straße zwischen Ortsausgang und Sieben-Pfennigs-Knapp ist gesperrt. Baumaßnahmen sind der Grund. Doch bevor die loslegen, rückten die Schädlingsbekämpfer an.

Lünen

, 28.05.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Über Langeweile können Stefan Stiehler und sein Kollege in diesen Tagen nicht klagen: Sie haben den Auftrag erhalten, die Eichen an der Borker Straße vom Eichenprozessionsspinner zu befreuen - und mithilfe von Hubsteiger und Industriestaubsauer rücken sie dabei von Baum zu Baum.

„Reichlich Raupen vorhanden“

„Es sind reichlich Raupen vorhanden“, sagt Stefan Stiehler am Mittwoch (27. Mai) von der Firma Rentokil, die auf Schädlingsbekämpfung spezialisiert ist. Drei Tage lang werden sie an der Landstraße zwischen Lünen und Bork im Einsatz sein, aber schon jetzt wissen sie, dass es Folgeaufträge geben wird. „Wir werden hier in Lünen etwa 1200 Bäume absaugen“, sagt Stiehler.

Der Eichenprozessionsspinner ist an sich recht hübsch anzusehen - doch die Härchen der Raupe können heftige allergische Reaktionen hervorrufen.

Der Eichenprozessionsspinner ist an sich recht hübsch anzusehen - doch die Härchen der Raupe können heftige allergische Reaktionen hervorrufen. © Stephanie Tatenhorst

An der für Radfahrer und Fußgänger wegen Baumaßnahmen ohnehin gesperrteren Borker Straße haben sie am Mittwoch bis zur Mittagszeit bereits 27 Bäume abgesaugt. Knapp die Hälfte der Allee liegt bereits hinter ihnen. Das Straßenbauamt war schon von den beiden Fachleuten vor Ort gewesen und hatte alle befallenen Bäume mit Flatterband markiert. „Das erleichtert die Arbeit“, dankt Stiehler. „Aber wir gucken trotzdem nochmals alle Bäume nach und saugen auch das kleinste Nest ab.“

Industriestaubsauger mit Spezialfilter im Einsatz

Dazu nutzen die Fachleute einen Industriestaubsauger, der mit einem Spezialfilter versehen wurde. Die gefüllten Beutel mit den abgesaugten Raupen werden doppelt verpackt und gesichert und dann speziell entsorgt. Was brutal klingt, ist durchaus nötig. Denn die Raupen und ihre Gespinster sind hochgradig giftig und lösen schlimme allergische Reaktionen aus.

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„Das darf doch nicht wahr sein“, stößt Stiehlers Kollege daher geschockt aus, als dieser auf seinem Pullover eine der haarigen Raupen entdeckt. „Dabei war ich jetzt nicht einmal oben“, meint er mit Blick auf den Hubsteiger, der auf dem Weg zum nächsten Baum ist. Bevor er der an sich hübsch anzusehenden Gefahr entgegentritt, zieht er dicke Handschuhe an - und kennt danach kein Pardon. Zwischen Asphalt und Schuhsohle hat die etwa sechs Zentimeter lange Raupe keine Chance. „Das ist das mechanische Vorgehen“, kommentiert Stiehler lachend das Vorgehen des Kollegen.

Mithilfe eines Hubsteigers fahren die speziell geschulten Schädlingsbekämpfer in die Baumkronen und saugen dort die Raupen und ihre Gespinste ab.

Mithilfe eines Hubsteigers fahren die speziell geschulten Schädlingsbekämpfer in die Baumkronen und saugen dort die Raupen und ihre Gespinste ab. © Stephanie Tatenhorst

Kampf gegen Raupen ist eine Sisyphos-Arbeit

Dass der Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner jedoch durch Absaugen gewonnen werden kann, glaubt Stiehler eher nicht. „Wir machen jetzt die gesamte Allee, aber aber der anderen Straßenseite auf den Privatgrundstücken müsste auch etwas getan werden. Die Falter oder Motten, zu denen sich die Raupen entwickeln, legen jeweils etwa 500 Eier. „Überlebt also ein Drittel oder auch ein Viertel, haben wir im nächsten Jahr das gleiche Problem.“

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