Dreiste Masche: 5000-Euro-Rad von Möllmann kehrt nach Probefahrt nicht zurück

dzNicht der einzige Fall

Den Verlust eines 5000-Euro-Rads beklagt momentan Zweirad Möllmann an der Borker Straße in Lünen. Ein Mann kam nach einer Probefahrt nicht zurück. Eine bekannte Masche, Abhilfe ist schwierig.

Lünen

, 13.08.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fast 500 Mal wurde der Eintrag bei Facebook mittlerweile geteilt: „Wir bitten um eure Mithilfe!“, schreibt das Zweiradhaus Möllmann da. Gesucht werde ein „Haibike AllMtn 3.0 XL“, ein Endurorad mit Batterieunterstützung. Man sei für jeden Hinweis dankbar.

Was war passiert? Am Dienstagnachmittag tauchte ein junger Mann im Geschäft auf, der sich für das Rad interessierte, erinnert sich Heinrich Möllmann, Seniorchef. Sein Sohn habe das Gespräch an diesem Tag geführt. Der Mann wollte schließlich eine Probefahrt machen, musste als Pfand seinen Ausweis hinterlassen. Der Mann sprach gut deutsch, stammte laut Ausweis aus Lettland. Er fuhr weg - und kam bisher nicht zurück. Sehr zum Ärger der Möllmanns. Die wissen aber auch, dass sie nicht die einzigen Opfer dieser Masche sind.

Andere Fälle auch in Lünen

Das bestätigt Stefan Rose, Betriebsleiter Radprojekte bei der DasDies Service GmbH, die unter anderem die Radstation am Lüner Hauptbahnhof betreibt. Dort werden Fahrräder verliehen, aber auch nicht immer zurückgebracht. Vor rund zwei Monaten habe es einen Fall gegeben, die Betroffenen hätten auch dort ihre Ausweise hinterlegt.

Glück für Rose und Co.: In diesem Fall waren die Ausweise echt. Sie fuhren zu der darauf angegebenen Adresse, fanden die Räder dort abgeschlossen und verständigten die Polizei.

Masche auch bei Autoverleihern bekannt

Auch für die ist diese Masche nicht neu, wie Sprecher Peter Bandermann erklärt: „Wir kennen das auch von PKW-Verleihern.“ In diesen Fällen geht es formell nicht um Diebstahl, sondern um Unterschlagung. Werde das Rad schließlich weiterverkauft, falle das unter den Tatbestand der Hehlerei. Bandermann rät auch bei Käufern zur Vorsicht und dazu, sich immer einen Kaufbeleg zeigen zu lassen. Stellt sich später heraus, dass das gekaufte Rad unterschlagen worden ist, sind Rad und damit auch das investierte Geld weg.

Den Händlern rät er, gerade bei teuren Rädern besonders kritisch im Umgang mit den Dokumenten zu sein, auch wenn das fraglos schwierig sei.

Möllmann hofft indes, dass die große Reichweite bei Facebook möglicherweise noch einen Treffer bringen könnte - der Beitrag hat es durch das Soziale Netzwerk in viele Ecken der Republik geschafft. Versichert sei er gegen eine solche Unterschlagung nicht, sagt er. „Dagegen gibt es keine Versicherung.“

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