Dortmunds OB: Geisterspiele fördern die Ansteckungsgefahr

Nach Ansicht von Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) sind Geisterspiele im Profi-Fußball nicht nur sinnlos, sondern sogar kontraproduktiv. „Die Entscheidung fördert sogar noch die Ansteckungsgefahr“, behauptete der am Monatsende aus dem Amt scheidende Sierau in einem Interview der „Bild“-Zeitung.

28.10.2020, 18:22 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ullrich Sierau, der Oberbürgermeister der Stadt Dortmund. Foto: Caroline Seidel/dpa/Archivbild

Ullrich Sierau, der Oberbürgermeister der Stadt Dortmund. Foto: Caroline Seidel/dpa/Archivbild

„Mit einem ausgefeilten Hygiene- und Abstandskonzept wie bei Borussia Dortmund ist bei den von uns zugelassenen 11 500 Zuschauern im riesigen Dortmunder Stadion nichts passiert“, erläuterte Sierau einige Stunden vor dem Champions-League-Spiel zwischen Borussia Dortmund und Zenit St. Petersburg ohne Zuschauer: „Die Zuströme werden kontrolliert, auf der Tribüne wird Abstand gehalten. Stattdessen sitzen die Leute zu Hause mit Freunden und Nachbarn vor dem TV - ohne Abstand und ohne Kontrolle. Mit solchen negativen Entscheidungen verliert man weiter die Akzeptanz der Bevölkerung.“

Ein BVB-Antrag auf Zulassung von 300 Zuschauern wie im Revier-Derby am Samstag gegen den FC Schalke 04 (3:0) war am Mittwoch nach Vereins-Angaben vom Gesundheitsministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen abgelehnt worden. „In einem Erlass des Ministeriums zum Spiel Gladbach gegen Madrid wird sogar zugegeben, dass es, wie es heißt, nicht „infektiologisch“ begründet sei, sondern politisch“, sagte Sierau: „Das versteht doch kein Mensch mehr!“

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