Smartphone ja, Tablet nein: Nicht nur Fördermittel helfen am Berufskolleg Werne

dzDigitalisierung an Schulen

Am Freiherr-vom-Stein-Berufskolleg hat zwar jeder Schüler ein Smartphone, aber kein Tablet für das Lernen auf Distanz. Bei der Anschaffung der Technik kann man hier nicht nur auf Fördermittel setzen.

Werne

, 15.11.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Man könnte deutlich digitaler sein - das ist derzeit der Eindruck am Werner Berufskolleg. „Wir sind leider noch nicht so weit, wie wir eigentlich sein müssten, wenn wir wieder in den Unterricht auf Distanz gehen müssen“, erklärt Helmut Gravert, Schulleiter am Freiherr-vom-Stein-Berufskolleg.

Weil der Kreis Unna sich derzeit darum bemüht, für alle Berufskollegs Endgeräte zu beschaffen, muss man sich auch an der Schule in Werne in Geduld üben. Etwa 100 Geräte soll es aber geben. Diese sollen im Falle des Homeschoolings laut Gravert an Schüler ausgeliehen werden, die sonst kein Endgerät zur Verfügung haben. Etwa 15 Prozent aller Schüler hätten zurzeit „keinerlei Chance, auf die relevanten Programme zuzugreifen, weil sie keine Endgeräte haben“.

Smartphone hat jeder, Tablet zum Lernen nicht

Zwar hätten sie alle ein Smartphone, über das man mit den Jugendlichen in Kontakt kommen kann. Eine Arbeitsmöglichkeit über diesen Weg gibt es aber nicht. Andere Schüler wiederum haben aufgrund ihres Ausbildungsberufes etwa in der Medientechnik grundsätzlich eine bessere technische Ausstattung.

„Aber wir wollen natürlich auch die Schüler fördern und unterrichten, wo die Voraussetzungen nicht gegeben sind“, erklärt Gravert. Da würde die finanzielle Unterstützung durch die öffentliche Hand etwa durch das Programm „Digitalpakt Schule“ jedoch nicht die Lücke schließen. Umso erfreulicher sei es, so Gravert weiter, dass auch immer mehr Unternehmen, Institute und Vereine erkennen, dass man mit einer Spende „etwas Gutes für Schule und Bildung“ tun kann.

Schnelleres Internet am Freiherr-vom-Stein-Berufskolleg Werne

Aus den Fördermitteln des Landes aber wird auch etwas für die Infrastruktur am Gebäude getan. In 2021 soll es am Berufskolleg eine Breitbandanbindung geben. „Wir haben zwar überall W-Lan, aber zurzeit eine 100 Mbit-Leitung. Wenn wir damit im Distanzunterricht eine Videokonferenz machen wollen, dann wird es schwierig“, erklärt Gravert.

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Was den Inhalt im Lernen auf Distanz angeht, habe man aber im ersten Lockdown dazu gelernt. Lernmaterialien gibt es digital, Tests werden online gemacht, erzählt der Schulleiter. In Zukunft, so glaubt Gravert, werde wohl jeder Schüler ein Tablet besitzen. Auch im Unterricht werden die Endgeräte sicher häufiger eingesetzt.

Während noch vor einigen Jahren alle Räume mit festen Rechnern für die Lehrer ausgestattet wurden, bräuchte man die Desktop-PCs heute gar nicht mehr.

„Die Entwicklung geht in eine andere Richtung, weil jetzt alle Lehrer ein Endgerät bekommen“, verweist Gravert auf die Fördermittel des Landes NRW, mit denen man alle Lehrer mit einem Tablet versehen möchte. Fehlen nur noch die Endgeräte für jeden Schüler, um für ein Homeschooling gewappnet zu sein.

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