Digitalisierung an Schulen: Kommunen rufen Geld langsam ab

Die Kommunen in Nordrhein-Westfalen haben bislang nur einen sehr kleinen Anteil der Mittel aus dem Digitalpakt abgerufen, mit denen die Schulen im Land besser digital ausgestattet werden sollen. Bis zum 3. Juni seien rund 404 200 Euro von gut einer Milliarde Euro abgerufen worden, wie aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Fraktion hervorgeht, die der dpa vorliegt und über die zunächst die „Rheinische Post“ berichtet hatte. Beantragt worden seien insgesamt rund 87,4 Millionen Euro, bewilligt 38,4 Millionen Euro. Die Schulträger müssen die Förderung durchführen und abrechnen. Von knapp 400 NRW-Kommunen haben lediglich 115 Kommunen und drei Kreise überhaupt einen Antrag gestellt.

06.07.2020, 15:31 Uhr / Lesedauer: 1 min
Euro-Banknoten liegen auf einem Tisch. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Euro-Banknoten liegen auf einem Tisch. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Der Digitalpakt Schule, auf den sich Bund und Länder mühsam geeinigt hatten, soll Schulen mit digitaler Infrastruktur ausstatten - also mit Wlan-Netzen, Lernprogrammen aber auch geeigneten Geräten. Der Bund stellt dafür fünf Milliarden Euro zur Verfügung, die Länder rund 500 Millionen Euro. Seit Herbst des vergangenen Jahres können die Mittel online beantragt werden. Auch in anderen Ländern werden die Gelder Berichten zufolge bislang nur schleppend abgerufen.

„Wenn es in diesem Tempo weitergeht, werden mehrere Schülergenerationen ihre Schullaufbahn beendet haben, bis die Mittel komplett verausgabt sind“, sagte die bildungspolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, Sigrid Beer. Die Corona-Krise verschärfe das Problem. „Die Landesregierung muss daher schnellstmöglich jede Bezirksregierung mit einer ausreichenden „Taskforce Digitale Schule“ ausstatten, um die Schulträger unkompliziert bei der Verbesserung der digitalen Infrastruktur zu unterstützen“, so Beer.

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