Die Zufahrtsallee und ihre Bedeutung als Statussymbol seinerzeit

Je länger desto besser

20.03.2020, 14:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Plettenberger, vom Kaiser in den Reichsfreiherrenstand erhoben, liebte das Repräsentative. Zu jedem Adelshaus gehörte damals eine Zufahrtsallee, deren Länge auf die Bedeutung der Familie in der Adelshierarchie hinweisen sollte. Eine solche Zufahrtsallee plante auch der Reichsfreiherr. Um 1700 legte er die Trasse fest, die eine erstaunliche Länge von mehr als drei Kilometern erreichte.

Die Zufahrt begann am südlichen Teil der Vorburg, wo das heutige Torhaus errichtet wurde und führte in gerader Linie weiter nach Süden. Zum besseren Verständnis werden die Örtlichkeiten, über die die Trasse führte, mit den heutigen Namen angeführt: Mittelstraße, Glückaufstraße, Gewerbegebiet Königsborn 2/5, Pröbstinghaus und Gewerbegebiet DHL. Beim Bauernhof Willingmann erreichte sie die Hammer Straße in der Unnaer Alten Heide auf einem Ackerstück, das man damals „Sürgenkamp“ nannte. Im Pröbstingholz, das dem Gutsbesitzer Schulze Pröbsting gehörte, ließ er die Bäume fällen. Der Weg bis zur Hammer Straße war schnell fertiggestellt.

Wenig Gegenliebe bei den Nachbarn

Doch es gab Schwierigkeiten. Das Vorhaben fand wohl wenig Gegenliebe beim benachbarten Adel, aus welchen Gründen auch immer. Diese Adeligen gehörten der Amtskammer und den Landständen an, die auf die Verwaltungsgeschäfte großen Einfluss hatten. So kam es, dass die Amtskammer des Amtes Unna-Kamen „…. das Vorhaben inhibierte“ (verhinderte).

Aufwendige Erdarbeiten

Nun konnte sich Jobst-Henrich ganz dem verbliebenen, noch heute bestehenden Stück Zufahrt vom Torhaus bis zur Landstraße widmen. Die Arbeiten waren besonders aufwendig, weil das Gelände bis zu zwei Meter höher lag, als das Torhaus. Der Eintrag im Baubuch weist auf diese Schwierigkeit hin.

Dort steht: „hat den Weg …. durch den Baumgarten und den Kirchhof brechen lassen.“ Durch starke Stützmauern, die heute noch zu sehen sind, wurde das höher liegende Gelände abgefangen. Diese Zufahrt nannte man „Approche“- ein französischer Begriff aus der Militärsprache und bedeutete „Laufgraben“. Der Begriff wurde noch in den 1950er Jahren gebraucht. Im Jahr 1801 wurde die Zufahrt gepflastert. Dafür ließ man Steine aus einem Steinbruch in Hemmerde anfahren.