„Die Situation ist nicht mehr tragbar“ - Beschwerden an der Bergstraße

dzVerkehr

Seit Monaten wächst der Unmut der Bewohner der Bergstraße. Hohes Verkehrsaufkommen und angefahrene Autos sind das Problem. Jetzt wollen sie offiziell Beschwerde einreichen.

Gahmen

, 24.06.2020, 11:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Lärm, Gestank, „Unfälle und Unfallgefahren durch unnötige Wendemanöver in Straßenabschnitten, in denen Lkw- und Schwerlastverkehr nichts zu suchen hat“. „Bürgersteige und Vorgärten werden befahren und Anwohner auf Gehwegen Gefahren ausgesetzt und beschimpft.“

Anwohner machen seit Monaten auf sich aufmerksam

So formulieren Anwohner der Bergstraße ihre Beschwerden. Am Mittwoch, 17. Juni haben sich etwa 30 von ihnen getroffen, um ihren Unmut als Beschwerde zu formulieren und diese bei der Stadt einzureichen.

Schon seit mehreren Monaten machen die Anwohner der Bergstraße immer wieder auf sich aufmerksam. Regelmäßig werden parkende Autos angefahren, der Verkehr nehme stetig zu, der Lärm sei unerträglich, die Bausubstanz werde durch den Lkw-Verkehr beschädigt.

Am 17. Juni trafen sich knapp 30 Anwohner der Bergstraße, um gemeinsam ihren Unmut in Worte zu fassen.

Am 17. Juni trafen sich knapp 30 Anwohner der Bergstraße, um gemeinsam ihren Unmut in Worte zu fassen. © Christoph Weischenberg

„Anwohner müssen ohne Übertreibung immer wieder zur Seite springen, damit sie nicht überfahren werden“, formuliert Anrainer Christoph Weischenberg seinen Unmut. „Ich bin ebenfalls von dieser Verkehrssituation schwer geschädigt“, so Anwohner Jürgen Eckey.

Pkw fahren über Bürgersteige

Umfangreicher Schriftverkehr mit der Stadt und Termine mit dem Bürgermeister hätten bis auf Parkbuchten nichts gebracht. „Im Gegenteil“, so Eckey, „man hat uns bereits zweimal unsere parkenden Autos stark beschädigt. Das letzte Mal mit Fahrerflucht.“

Er habe die Bilder auch an die Stadt geschickt, ohne Resonanz. „Viele PKW fahren einfach über die Bürgersteige und nutzen meinen Stellplatz und Privatweg als Ausweichfläche.“

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So könne es nicht weitergehen, die Situation sei nicht mehr tragbar, darüber sind sich die Anwohner einig. Und nachdem sie bereits im März gemeinsam Beschwerde bei der Stadt eingereicht hatten - „dazu gab es aber keine detaillierte Stellungnahme“, sagt Christoph Weischenberg - formulierten sie im Rahmen ihres Treffens eine erneute Beschwerde, die bei der Stadt eingereicht werden soll.

Anwohner fordern Durchfahrtsverbot für Lkw

Im Kern fordern die Anrainer der Bergstraße darin zum einen ein Durchfahrtsverbot für Lkw ab 2,8 Tonnen im gesamten Bereich der Wohnhäuser. „Es dürfen keine Wendemanöver mehr im Bereich Bergstraße/Kleine Bergstraße durchgeführt und zugelassen werden.“

Zum anderen fordern sie für die gesamte Bergstraße eine Verkehrsberuhigung und die Einhaltung der Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h.

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„Obwohl uns ein Termin versprochen wurde, stimmt ihn keiner mit uns ab“, beschwert sich Weischenberg. „Keiner scheint sich richtig zuständig zu fühlen. Falls dieses Beschwerdeschreiben unkommentiert bleibt, werden wir einen Bürgerantrag stellen. Darüber muss die Verwaltung dann formal entscheiden.“

Allerdings habe die Verwaltung einen Ortstermin, an dem ein technischer Abgeordneter teilnehmen soll, in Aussicht gestellt, der im Juli stattfinden soll. Nur habe sich seit dem 3. Juni keiner mehr gemeldet.

Die Stadt gibt auf Anfrage bekannt, dass am Dienstag, 30 Juni, ein Treffen zwischen Vertretern des Wirtschaftsförderzentrums (WZL) und den Gewerbetreibende in dert Bergstraße stattfindet. „Im Anschluss daran soll ein Gespräch mit den Anwohnerinnen und Anwohnern stattfinden“, so Stadtsprecher Benedikt Spangardt. „Die Stadt wird auf die Anwohnerinnen und Anwohner zugehen, wie sie es zugesagt hat.“ Wann genau ein Ortstermin mit dem Technischen Beigeordneten sein wird, könne er noch nicht sagen, frühestens jedoch im Juli.

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