Die Luft in Schwerte wird besser – die B236 ist weiter das Sorgenkind

dzLuftqualität in Schwerte

Die Luftqualität in Schwerte wird nachweislich besser – zumindest teilweise. Sorgen bereitet aber noch immer die Hörder Straße. Doch jetzt es gibt Hoffnung.

Schwerte

, 16.02.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Luft in NRW wird besser, teilt das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) mit. Die Behörde betreibt 59 automatisierte Messstellen, um die Luftqualität in den Städten zu ermitteln. In Schwerte steht einer dieser Messpunkte.

Luft am Rathaus II verbessert sich

Der Container an der Konrad-Zuse-Straße, direkt neben dem Rathaus II, misst dauerhaft die Qualität der Luft. Neben Stickstoffdioxid (NO2) werden auch die Ozon- und Feinstaubwerte in dem Container ermittelt. Diese Werte sind fast in Echtzeit auf der Internetseite des LANUV abrufbar.

Die Messstation an der Konrad-Zuse-Straße steht direkt neben dem Rathaus II.

Die Messstation an der Konrad-Zuse-Straße steht direkt neben dem Rathaus II. © Bernd Paulitschke

Die nun veröffentlichten offiziellen Zahlen für 2019 zeigen, dass sich die NO2-Werte im Bereich des Rathaus II verbessert haben. Im Jahr 2019 wurde ein Wert von 18 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft gemessen. Damit konnte die Luftqualität im Vergleich zu 2017 (23 Mikrogramm) und 2018 (21 Mikrogramm) noch weiter verbessert werden. Der erlaubte Jahres-Mittelwert von 40 Mikrogramm wurde somit deutlich unterschritten.

Hörder Straße weiter problematisch

Davon kann an der Hörder Straße keine Rede sein. In den vergangenen Jahren wurde dort der Grenzwert zum Teil deutlich überschritten. Ein Grund ist die ungünstige Kombination von Hauptverkehrsader, Industrie und Bahnstrecke.

Anders als an der Konrad-Zuse-Straße steht hier kein aktiv messender Container.

An der Hörder Straße misst ein „Passivsammler“ den Stickstoffdioxid-Wert in Schwerte.

An der Hörder Straße misst ein „Passivsammler“ den Stickstoffdioxid-Wert in Schwerte. © Foto: Björn Althoff

Zwischen Kreuzung und Eisenbahnbrücke hängt ein „Passivsammler“ an einer Straßenlaterne. Die Dose enthält kleine Röhrchen, die NO2 aufnehmen und monatlich zur Analyse in ein Labor geschickt werden. So wird dann die Luftqualität ermittelt.

In den vergangenen Jahren ergab die Auswertung NO2-Werte zwischen 42 und 46. Für das Jahr 2019 liegen die Zahlen für das letzte Quartal zwar noch nicht vor, dennoch könnte das Ergebnis erstmals unter dem Jahres-Grenzwert von 40 Mikrogramm liegen. Klarheit darüber soll es Ende Februar geben: Dann wird laut LANUV der Jahreswert für 2019 veröffentlicht.

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Maßnahmen zeigen offenbar Wirkung

Damit dürften die immer wieder diskutierten Fahrverbote für Dieselfahrzeuge auf der Hörder Straße zumindest vorerst vom Tisch sein.

Offenbar zeigen die Maßnahmen des Luftreinhalteplans ihre Wirkung. In dem Plan wurden 30 Maßnahmen zur Verbesserung der Luft in Schwerte festgelegt, die meisten davon wurden bereits umgesetzt.

Einen positiven Effekt erhofften sich die Verantwortlichen unter anderem durch die Sperrung der B236 für den LKW-Durchgangsverkehr. Da die Regelung jedoch nicht überwacht wird, lässt sich der Anteil dieser Maßnahme am Gesamterfolg nur vermuten.

Welche Maßnahmen am Ende dafür sorgen, dass der NO2-Grenzwert an der Hörder Straße eingehalten wird, dürfte den meisten Schwertern vermutlich ohnehin egal sein.

Stickstoffdioxid (NO2) entsteht bei der Verbrennung von Kohle, Kraftstoff und Öl – also vor allem im Straßenverkehr. Das Reizgas erhöht durch Einatmen unter anderem das Risiko für Asthma und Herzinfarkte. Laut einer Studie kommt es jährlich zu rund 6000 Todesfällen in Deutschland, die auf eine Langzeitbelastung mit NO2 zurückzuführen sind. Zudem kann NO2 Pflanzen schädigen und für Ozonbildung verantwortlich sein.
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