DGB fordert bessere Arbeitsbedingungen an Hochschulen

Die Arbeitsbedingungen an den Hochschulen in Nordrhein-Westfalen müssen nach Ansicht des DGB dringend verbessert werden. „Die Beschäftigten der Hochschulen in NRW stellen ihren Arbeitgebern ein schlechtes Zeugnis aus“, sagte die stellvertretende Landesvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Sabine Graf, am Mittwoch bei der Vorstellung einer Studie. Hohe Arbeitsintensität, große Beschäftigungsunsicherheit, mangelnde Entwicklungsmöglichkeiten und zu geringe Einkommen belasteten die Beschäftigten sehr. Zwar beruhe das Stimmungsbild auf einer Befragung aus dem Herbst. Durch die Corona-Pandemie hätten sich die Probleme aber noch verschärft.

18.11.2020, 14:22 Uhr / Lesedauer: 1 min

So fordert der DGB NRW eine Entfristungsoffensive, also das Umwandeln vieler befristeter Arbeitsverhältnisse in unbefristete Stellen. Bei den wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeitern seien vier von fünf nur befristet beschäftigt. Bei den Mitarbeitern in den Bereichen Technik und Verwaltung der Hochschulen sei es jeder fünfte. Gut zwei Drittel der befristet Beschäftigten beider Gruppen machten sich oft oder sehr häufig Sorgen um ihre berufliche Zukunft. Wissenschaftliche Beschäftigte mit einem befristeten Vertrag leisteten durchschnittlich fast doppelt so viele Überstunden wie unbefristet Beschäftigte. Nach DGB-Ansicht ist in vielen Hochschulbereichen mehr Personal nötig.

Das NRW-Kultur- und Wissenschaftsministerium verwies auf den zwischen dem Bund und den Ländern geschlossenen „Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken“ (ZSL), der 2021 in Kraft trete. Eines der zentralen Ziele des Programms, das zur Hälfte aus Landesmitteln finanziert werde, sei die Verringerung der Zahl der befristeten Arbeitsverhältnisse an den Hochschulen. Mit dem Geld aus dem ZSL könnten die Hochschulen langfristig planen sowie befristete Stellen in Dauerstellen umwandeln.

Lambert Koch, Vorsitzender der Landesrektorenkonferenz der NRW-Universitäten, erklärte, der DGB-Hochschulreport gebe den Unis ein wichtiges Feedback - andererseits mangele es ihm zum Teil aber auch „an Ausgewogenheit schon beim Fragenfokus“. „So gibt es zwar brauchbare Hinweise darauf, wie sich die Zufriedenheit mancher Beschäftigtengruppen weiter erhöhen lässt. Zugleich jedoch zeichnet der Bericht ein allzu negatives Bild, wenn er Hinweise darauf vermissen lässt, dass Viele gerne in der Wissenschaft arbeiten und schon Einiges verbessert wurde“, erklärte Koch. Das lasse sich unter anderem in einem starken Anstieg der absoluten Zahl an unbefristeter Stellen ablesen.

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